Zysto­i­des Maku­la­ö­dem nach Katarakt-Chirurgie

Interferon-Augentropfen stellen eine geeignete Therapieoption dar

14. September 2021

BENGALURU (Bier­mann) – Inter­fe­ro­ne (IFN) gehö­ren zur Klasse der immun­mo­du­lie­ren­den, antient­zünd­li­chen Zyto­ki­ne. Eine aktu­el­le Studie aus Südin­di­en hat nun gezeigt, dass eine topi­sche Thera­pie mit Inter­fe­ron in Form von Augen­trop­fen eine nicht­in­va­si­ve, wirt­schaft­li­che und effek­ti­ve Option bei der Behand­lung eines zysto­iden Maku­la­ö­dems nach Kata­rakt-Chir­ur­gie (P‑CME) darstellt, insbe­son­de­re im Falle einer intra­ope­ra­ti­ven hinte­ren Kapsel­rup­tur (PCR) oder, wenn Corti­cos­te­ro­ide kontra­in­di­ziert sind.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 8 Pati­en­ten (8 Augen) mit P‑CME in die prospek­ti­ve, inter­ven­tio­nel­le Fall­stu­die auf. Bei 7 Pati­en­ten lag eine PCR vor.

Die Pati­en­ten konn­ten zwischen der topi­schen IFN-Thera­pie und der konven­tio­nel­len Behand­lung mit oralen, topi­schen, intra­vit­rea­len oder perio­ku­lä­ren Corti­cos­te­ro­iden und der Thera­pie mit VEGF-Inhi­bi­to­ren wählen.

Um die IFN-Augen­trop­fen herzu­stel­len (1 Mio E/ml) wurde kommer­zi­ell erhält­li­ches IFN-alpha-2b (für Infu­sio­nen) aufgearbeitet.

Die Pati­en­ten appli­zier­ten die IFN-Augen­trop­fen 4‑mal täglich bis zur voll­stän­di­gen Remis­si­on des P‑CME. Ebenso führte die Arbeits­grup­pe eine OCT-Unter­su­chung  zu Studi­en­be­ginn und bei jeder Kontrol­le bis zur voll­stän­di­gen Remis­si­on durch.

Die Forscher ermit­tel­ten zum Studi­en­be­ginn eine mitt­le­re Maku­la­di­cke (CMT) von 560,1 µm (Bereich 349–702 µm; 8 Pati­en­ten) und nach 4 Wochen Thera­pie von 344,33 µm (Bereich 250–390 µm; 6 Pati­en­ten). Die Exper­ten unter­such­ten 5 Pati­en­ten regel­mä­ßig bis zur voll­stän­di­gen Remis­si­on des P‑CME. Die mitt­le­re Dauer bis zu diesem Ereig­nis betrug 5 Wochen (Bereich 4–7,1 Wochen).

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten des Weite­ren fest, dass sich bei 3 Pati­en­ten ein Rezi­div entwi­ckel­te, welches sich jedoch nach Wieder­auf­nah­me oder Fort­set­zung der Thera­pie zurück­bil­de­te. Die Forschen­den kontrol­lier­ten 1 Pati­en­ten 9 Monate nach Abschluss der IFN-Thera­pie weiter, und es zeigte sich kein Rezidiv.

Darüber hinaus traten weder okulä­re noch syste­mi­sche Neben­wir­kun­gen im Zusam­men­hang mit der IFN-Thera­pie auf, mit Ausnah­me einer papil­lä­ren Konjunk­ti­vi­tis in 1 Fall.

(tt)

Autoren: Kawali A et al.
Korrespondenz: Ankush Kawali; akawali332@gmail.com
Studie: Topical interferon - A novel treatment for pseudophakic macular edema
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Sep;69(9):2355-2360.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_2704_20

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