Vogt-Koya­nagi-Harada-Syndrom

Studie zeigt Risikofaktoren für ein häufig assoziiertes Sekundärglaukom auf

19. August 2022

MONTERREY (Bier­mann) – Das Vogt-Koya­nagi-Harada (VKH)-Syndrom bezeich­net eine oftmals bila­te­ra­le granu­lo­ma­tö­se Panu­vei­tis auto­im­mu­no­lo­gi­schen Ursprungs. Einer aktu­el­len Studie zufol­ge stellt ein Sekun­där­glau­kom eine der häufigs­ten Kompli­ka­tio­nen dar, welches zum einen durch die chro­nisch rezi­di­vie­ren­de Inflamma­ti­on mit ante­rio­ren Synechi­en, zum ande­ren durch die Appli­ka­ti­on von Corti­cos­te­ro­iden bedingt ist. Laut den Autoren der Arbeit kann eine nur kurz­fris­ti­ge, ausschlei­chen­de Corti­cos­te­ro­idthe­ra­pie sowie eine zügige und aggres­si­ve Behand­lung mit Immun­mo­du­la­to­ren (IMT) das Risiko deut­lich verringern.

In ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die nahmen die Wissen­schaft­ler 50 Pati­en­ten (100 Augen; 88% Frauen; medi­a­nes Alter 35,5 Jahre [IQR 29–46]) mit VKH-Uvei­tis auf. Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te Varia­blen in Bezug auf Demo­gra­fie, Epide­mio­lo­gie sowie klini­sche Befun­de. Mithil­fe eines Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Regres­si­ons-Modells berech­ne­ten die Forschen­den die geschätz­ten Risi­ken. Die media­ne Beob­ach­tungs­zeit betrug 72 Monate (IQR 13,7–126,7).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Präva­lenz für ein Glau­kom bei 20% lag. Unter diesen zeigte sich in 70% aller Fälle eine Engwin­kel­si­tua­ti­on. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass sich folgen­de Konstel­la­tio­nen als signi­fi­kan­te klini­sche Risi­ko­fak­to­ren für ein Glau­kom erwie­sen: ein chro­nisch-rezi­di­vie­ren­des Stadi­um der Uvei­tis bei Erst­vor­stel­lung (RR 8,88; 95%-KI 1,11–12,63; p=0,037), ≥2 Schübe einer rezi­di­vie­ren­den ante­rio­ren Uvei­tis (RR 8,52; 95%-KI 2,02–35,92; p<0,001), ein bekann­tes Engwin­kel­glau­kom (RR 7,08; 95%-KI 2,44–20,48; p<0,001), eine Iris bomba­ta (RR 5,0; 95%-KI 2,10–11,90; p<0,001) sowie eine peri­pa­pil­lä­re Atro­phie (RR 3,56; 95%-KI 1,43–8,85; p<0,001). Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass eine signi­fi­kan­te Asso­zia­ti­on zwischen einer erhöh­ten Wahr­schein­lich­keit für ein Sekun­där­glau­kom und einer >24-mona­ti­gen Einnah­me oraler Corti­cos­te­ro­ide (RR 9,33; 95%-KI 2,21–39,28; p<0,001) bzw. einer >12-mona­ti­gen Appli­ka­ti­on topi­scher Corti­cos­te­ro­ide (RR 3,88; 95%-KI 1,31–11,46; p=0,007) bestand.

(tt)

Autoren: Alvarez-Guzman C et al.
Korrespondenz: Alejandro Rodriguez-Garcia; immuneye@gmail.com
Studie: Risk factors for secondary Glaucoma in patients with Vogt-Koyanagi-Harada disease
Quelle: J Ophthalmic Inflamm Infect 2022; Jul 11;12(1):22.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12348-022-00300-7

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