Vogt-Koya­nagi-Harada-Syndrom

Choriokapilläre Gefäßdichte ist als Aktivitätsmarker vielversprechend

2. August 2021

PEKING (Bier­mann) – Den primä­re okulä­re Befund beim Vogt-Koya­nagi-Harada-Syndrom (VKH‑S) stellt die beid­sei­ti­ge, chro­ni­sche Uvei­tis dar. Verän­de­run­gen der Ader­haut­durch­blu­tung während des Krank­heits­ver­lau­fes und deren klini­sche Bedeu­tung sind unklar.

Eine aktu­el­le Studie aus China hat nun gezeigt, dass die chorio­ka­pil­lä­re Gefäß­dich­te (CC-VD) in jedem Stadi­um der Erkran­kung verrin­gert ist. Die Autoren resü­mie­ren, dass die CC-VD das Poten­zi­al habe, den Status der Uvei­tis wider­zu­spie­geln und somit zur Über­wa­chung der Krank­heits­ak­ti­vi­tät klinisch rele­vant sein könnte.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 114 Pati­en­ten mit VKH‑S und 47 Kontroll­per­so­nen (NC) in die retro­spek­ti­ve Fall­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten in Grup­pen mit akutem uvei­ti­schem, rekon­va­les­zen­tem oder chro­nisch rezi­di­vie­ren­dem (nur ante­rior rezi­di­vie­ren­de Fälle) Stadi­um ein. Sie ermit­tel­te und verglich in jedem Stadi­um die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) sowie mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) die CC-VD und die subfovea­le Ader­haut­di­cke (SFCT).

Die Forscher stell­ten fest, dass die CC-VD in allen Stadi­en (akut: 58,26 ±0,84%; rekon­va­le­zent: 64,85 ±0,33%; chro­nisch rezi­di­vie­rend: 62,78 ±0,70%) signi­fi­kant gerin­ger war als in der NC-Gruppe (66,37 ±0,41%; p<0,001; p=0,017; p<0,001). Des Weite­ren fanden sie heraus, dass sich die CC-VD mit Abklin­gen der akuten Inflamma­ti­on um 6,59 ±0,91% verstärk­te (p<0,001) und sich während eines Rezi­divs um 2,07 ±0,75% verrin­ger­te (p=0,009). Pati­en­ten mit voran­ge­gan­ge­nen Rezi­di­ven zeig­ten in der Rekon­va­les­zenz gerin­ge­re CC-VD (-2,43 ±0,75%) als Pati­en­ten mit leerer Anamne­se (p=0,003). Die CC-VD korre­lier­te nega­tiv mit der BCVA (r= ‑0,261; p<0,001)

Die Autoren schluss­fol­gern, dass mithil­fe der OCT‑A die Ader­haut­vasku­la­ri­tät beur­teilt werden, und die CC-VD zusätz­li­che quan­ti­ta­ti­ve Infor­ma­tio­nen über die Chorio­ka­pil­la­ris liefern kann. Weite­re Studi­en seien erfor­der­lich, um die Werte der quan­ti­ta­ti­ven OCT-A-Para­me­ter zur Hilfe­stel­lung für klini­sche Entschei­dun­gen bewer­ten zu können.

(tt)

Autoren: Liang A et al.
Korrespondenz: Chan Zhao; zhaochan@pumch.cn
Studie: Decrease of choriocapillary vascular density measured by optical coherence tomography angiography in Vogt-Koyanagi-Harada disease
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Jul 3 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05238-5

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