Vogt-Koya­nagi-Harada-Erkran­kung mit Makulaödem

Disruption der Photorezeptorsegmente als visusprognostischer Biomarker

15. Februar 2022

CHONGQING (Bier­mann) – Die Vogt-Koya­nagi-Harada-Erkran­kung (VKH) stellt eine bila­te­ra­le granu­lo­ma­tö­se Panu­vei­tis auto­im­mu­ner Genese dar. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun gezeigt, dass eine Disin­te­gri­tät der Innen-/Außen­seg­men­te (IS/OS) der Photo­re­zep­to­ren bei bestehen­dem – meist zysto­idem – Maku­la­ö­dem (CME) stark mit einem persis­tie­ren­den ME und einem schlech­ten Visus­er­geb­nis asso­zi­iert ist. Das Errei­chen einer 6‑monatigen intrao­ku­lä­ren Inflamma­ti­ons­kon­trol­le ist laut den Forschen­den von prognos­ti­schem Wert für die Resorp­ti­on des refrak­tä­ren ME.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum Septem­ber 2011 bis Januar 2018 insge­samt 79 Pati­en­ten (115 Augen) mit VKH und einem ME in ihre retro­spek­ti­ve Fall­stu­die ein. Darin evalu­ier­te die Arbeits­grup­pe insbe­son­de­re OCT- und funk­tio­nel­le Befun­de. Von diesen 79 schlos­sen die Forscher 4 Pati­en­ten von den nach­fol­gen­den Analy­sen aus, bei denen ein seit 2 Jahren refrak­tä­res ME bestand. Die Gruppe nahm 75 Pati­en­ten, die entwe­der ein remit­tier­tes ME aufwie­sen oder ≥2 Jahre nach­kon­trol­liert wurden, in die weite­ren Auswer­tun­gen auf.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 100 von den 115 Augen (87,0%) ein CME vorlag. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass 33 Augen (28,7%; 24 Pati­en­ten [30,4%]) eine Disrup­ti­on der IS/OS-Segmen­te der Photo­re­zep­to­ren aufwie­sen, während sich bei 26 Augen (22,6%; 18 Pati­en­ten [22,8%]) zusätz­lich eine choro­ida­le Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran (CNV) darstell­te. Von diesen 18 Pati­en­ten entwi­ckel­ten 13 ein refrak­tä­res ME.

Zur 2‑Jah­res-Kontrol­le hatte sich das ME bei 62 Pati­en­ten voll­stän­dig resor­biert, obwohl bei 10 Pati­en­ten (16,1%) eine unter­bro­che­ne IS/OS-Bande bestand. In 13 Fällen erwies sich das ME nach 2 Jahren als teil­re­sor­biert. Hier zeig­ten alle 13 Augen eine Unter­bre­chung der IS/OS-Segmen­te (p<0,001) und keine Verbes­se­rung der VA gegen­über dem Ausgangs­wert (p=0,89).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass eine 6‑monatige Entzün­dungs­frei­heit unter Corti­cos­te­ro­id- ± Immun­sup­pres­si­va-Thera­pie stark mit einer komplet­ten Remis­si­on des ME asso­zi­iert war.

(tt)

Autoren: Qin P et al.
Korrespondenz: Peizeng Yang; peizengycmu@126.com
Studie: Optical Coherence Tomographic Features and Prognostic Values of Macular Edema in Vogt-Koyanagi-Harada Disease
Quelle: Front Med (Lausanne) 2022; Jan 10;8:772439.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.772439

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