Vogt-Koya­nagi-Harada-beding­te seröse Ablatio

Suprachoroidale Triamcinoloninjektion stellt adjuvante Therapieoption dar

7. April 2022

BANHA (Bier­mann) – Das Vogt-Koya­na­ga-Harada (VKH)-Syndrom ist eine multi­sys­te­mi­sche T‑Zell-vermit­tel­te Auto­im­mun­erkran­kung gegen Mela­no­zy­ten. Ophthal­mo­lo­gisch zeigt sich häufig eine chro­ni­sche, bila­te­ra­le granu­lo­ma­tö­se Panu­vei­tis mit serö­ser Abla­tio. Den Verfas­sern einer aktu­el­len Studie aus Ägyp­ten zufol­ge führt eine supra­choro­ida­le Injek­ti­on von Triamci­no­lo­na­ce­tonid (SCTA) – als adju­van­te Thera­pie­op­ti­on – in Kombi­na­ti­on mit oralen Corti­cos­te­ro­iden zu einer schnel­le­ren Remis­si­on der Exsu­da­ti­on und rasche­ren Verbes­se­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) im Vergleich zur allei­ni­gen syste­mi­schen Corticosteroidtherapie.

In ihre prospek­ti­ve Paral­lel­grup­pen­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 12 Augen von 6 Pati­en­ten mit akti­ver VKH-beding­ter Inflamma­ti­on und multi­plen, bila­te­ra­len serö­sen Abla­tio­nes ein. Alle Pati­en­ten appli­zier­ten bereits syste­misch Corti­cos­te­ro­ide nach einer Pulsthe­ra­pie. Das Studi­en­au­ge erhielt eine SCTA-Injek­ti­on (4 mg/0,1 ml). Das Part­ner­au­ge stell­te das Kontrollau­ge dar.

Die Arbeits­grup­pe verglich 1, 3 sowie 6 Monate post­ope­ra­tiv die BCVA, die zentra­le Fovea­di­cke (CFT) und den IOD zwischen beiden Grup­pen. Als primä­ren Endpunkt legten die Forschen­den die Verän­de­rung der BCVA nach 6 Mona­ten fest. Die sekun­dä­ren Endpunk­te umfass­ten Verän­de­run­gen der CFT und des IOD nach 6 Monaten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die BCVA nach 1 und 3 Mona­ten in der SCTA-Gruppe signi­fi­kant stär­ker verbes­ser­te als in der Kontroll­grup­pe (beide p=0,026). Glei­cher­ma­ßen stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass sich die CFT nach 1 und 3 Mona­ten bei den SCTA-Augen signi­fi­kant stär­ker verrin­ger­te als bei den Kontrollau­gen (beide p=0,028). Nach 6 Mona­ten zeig­ten beide Grup­pen jedoch in Bezug auf BCVA und CFT in etwa entspre­chen­de Werte. Es traten keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de beim IOD oder dem Sicher­heits­pro­fil zwischen den Grup­pen auf.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die SCTA eine siche­re und wirk­sa­me adju­van­te Thera­pie­op­ti­on bei Pati­en­ten darstellt, bei denen eine Corti­cos­te­ro­id-Pulsthe­ra­pie konta­in­di­ziert ist.

(tt)

Autoren: Tabl AA et al.
Korrespondenz: Ahmed Abdelshafy Tabl; ahmad4Lg@gmail.com
Studie: Suprachoroidal triamcinolone acetonide injection: a novel therapy for serous retinal detachment due to Vogt-Koyanagi Harada disease
Quelle: Eur J Ophthalmol 2022; Mar10;11206721221085420.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721221085420

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