Vogt-Koya­nagi-Harada-asso­zi­ier­te Uvei­tis während der Schwangerschaft

Ciclosporin in Kombination mit Corticosteroiden stellt geeignete Therapieoption dar

12. September 2022

RIAD (Bier­mann) – Das Vogt-Koya­nagi-Harada (VKH)-Syndrom bezeich­net eine multi­sys­te­mi­sche T‑Zell-vermit­tel­te Auto­im­mun­erkran­kung gegen Mela­no­zy­ten, die in der Regel mit einer bila­te­ra­len granu­lo­ma­tö­sen Panu­vei­tis einher­geht. Einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge erweist sich eine kombi­nier­te Thera­pie mit syste­mi­schen Corti­cos­te­ro­iden und dem Calci­n­eu­rin-Inhi­bi­tor Ciclosporin‑A (CsA) bei einer erst­ma­lig aufge­tre­te­nen, akuten VHK-beding­ten Uvei­tis während der Schwan­ger­schaft als eine effek­ti­ve und siche­re Behandlungsoption.

In ihre retro­spek­ti­ve Fall­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum Januar 2001 bis Dezem­ber 2021 insge­samt 10 schwan­ge­re Pati­en­tin­nen (20 Augen) mit der Erst­dia­gno­se einer akuten VKH-asso­zi­ier­ten Uvei­tis ein. Von diesen stell­ten sich 5 Frauen im 1. Trimes­ter bzw. 3 im 2. sowie 2 Pati­en­tin­nen im 3. Trimes­ter vor. Die mitt­le­re Beob­ach­tungs­zeit betrug 35,2±28,3 Monate (Bereich 8–108).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 8 Pati­en­tin­nen bei der Erst­vor­stel­lung eine akute ante­rio­re Uvei­tis (AAU) mit Inflamma­ti­on in der Vorder­kam­mer (AC) aufwie­sen, während in 2 Fällen eine akute Uvei­tis ohne AC-Reiz­zu­stand vorlag.

Das Gesamt­kol­lek­tiv wurde initi­al mit syste­mi­schen Corti­cos­te­ro­iden und CsA behan­delt. Die Uvei­tis-Spezia­lis­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass die 2 Pati­en­ten ohne Reiz­zu­stand in der AC keine Kompli­ka­tio­nen im Studi­en­zeit­raum entwickelten.

Zu den Kompli­ka­tio­nen der übri­gen Pati­en­tin­nen mit AC-Inflamma­ti­on zähl­ten ein „Sunset-Glow-Fundus“ (8 Augen; Depig­men­tie­rung der Choro­idea durch Verlust an Mela­no­zy­ten mit typi­schem orange-roten Fundus), eine Kata­rakt (2 Augen) sowie eine subre­ti­na­le Fibro­se (1 Auge).

Zudem beob­ach­te­ten die Exper­ten bei 4 Pati­en­tin­nen schwan­ger­schafts­be­ding­te Kompli­ka­tio­nen, einschließ­lich eines Aborts (n=1), eines syste­mi­schen Hyper­to­nus (n=1) sowie eines vorzei­ti­gen Blasen­sprungs (n=2), während bei keinem Kind nach der Geburt konge­ni­ta­le Anoma­lien doku­men­tiert wurden. Bei der fina­len Kontrol­le erreich­ten 16 Augen (80%) eine Sehschär­fe von ≥1,0 dezimal.

(tt)

Autoren: Alromaih AZ et al.
Korrespondenz: Ahmed M Abu El-Asrar; abuasrar@KSU.edu.sa
Studie: Outcomes of initial-onset acute uveitis associated with Vogt-Koyanagi-Harada disease occurred during pregnancy
Quelle: Int Ophthalmol 2022; Aug 9 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-022-02415-1

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