Vitre­o­re­ti­na­les Lymphom

Subpigmentepitheliale Infiltration tritt am häufigsten auf

16. Dezember 2021

CLEVELAND (Bier­mann) – Beim vitre­o­re­ti­na­len Lymphom (VRL) handelt es sich um das häufigs­te intrao­ku­lä­re Lymphom. Es stellt oftmals ein hoch­ma­li­gnes, diffu­ses, groß­zel­li­ges B‑Zell-Lymphom dar, das in der Retina entsteht und das Zentral­ner­ven­sys­tem (ZNS) – prognos­tisch ungüns­tig – infil­trie­ren kann.

Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, kann mithil­fe einer OCT-Analy­se die reti­na­le Infil­tra­ti­on des Tumors in 3 Haupt­kom­par­ti­men­te erfasst werden. Am häufigs­ten ist der Tumor  subpig­men­t­epi­the­li­al ± subre­ti­na­ler Infil­tra­ti­on loka­li­siert, während eine isolier­te, intra­r­e­ti­na­le Infil­tra­ti­on am seltens­ten auftritt.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 115 Pati­en­ten (182 Augen; 63 Frauen; Durch­schnitts­al­ter 65 Jahre) mit biop­tisch-bestä­tig­tem VRL, die im Zeit­raum 2008 bis 2019 in 13 Schwer­punkt­kli­ni­ken für Retina, Uvea und okulä­re Onko­lo­gie behan­delt wurden, in die retro­spek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe sammel­te und analy­sier­te okulä­re und syste­mi­sche Befun­de sowie Befun­de der multi­moda­len Bild­ge­bung (OCT), die im Zusam­men­hang mit dem VRL stan­den. Zusätz­lich korre­lier­te die Gruppe diese Befun­de mit klini­schen Parametern.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass das VRL bei 81% der Pati­en­ten (70%) bila­te­ral auftrat und der mitt­le­re Visus (VA) zu Beginn der Studie 0,2±0,89 logMAR (0,6 dezi­mal) betrug. Zu Studi­en­be­ginn stell­ten sich 38 Pati­en­ten (33%) mit isolier­ter Augen­be­tei­li­gung vor, 54 (45%) mit asso­zi­ier­ter Betei­li­gung des ZNS, 11 (10%) mit zusätz­li­cher syste­mi­scher lympho­ma­tö­ser Betei­li­gung sowie weite­re 12 Pati­en­ten (10%) mit ZNS- und syste­mi­scher Betei­li­gung. Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen im OCT bei 91% der Augen eine subpig­men­t­epi­the­lia­le Tumor­in­fil­tra­ti­on, während die Läsio­nen in 43% der Fälle subre­ti­nal sowie bei 7% der Augen intra­r­e­ti­nal lagen.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die Diagno­se des VRL eine Heraus­for­de­rung darstellt, jedoch die Früh­erken­nung unter ande­rem mittels der OCT für die visu­el­le Progno­se entschei­dend sei.

(tt)

Autoren: Pichi F et al.
Korrespondenz: Francesco Pichi; ilmiticopicchio@gmail.com
Studie: Advanced OCT Analysis of Biopsy Proven Vitreoretinal Lymphoma: OCT findings in vitreo-retinal lymphoma
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Nov 26;S0002-9394(21)00620-6.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.11.023

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