Vitre­o­re­ti­na­le Chirurgie

Robotersysteme mit OCT-Unterstützung sind im Kommen

29. September 2021

NASHVILLE (Bier­mann)  Die Zukunft der vitre­o­re­ti­na­len Chir­ur­gie liegt in den fort­schrei­ten­den Visua­li­sie­rungs­tech­ni­ken und den robo­ter­ge­stütz­ten chir­ur­gi­schen Gerä­ten. Die Verfas­ser eines aktu­el­len Reviews haben die paral­le­len Entwick­lun­gen der OCT und der chir­ur­gi­schen Robo­tik sowie die Schnitt­men­ge der beiden Tech­no­lo­gien, die das Poten­zi­al haben, die Pati­en­ten­ver­sor­gung zu verbes­sern, beschrieben.

Laut den Wissen­schaft­lern lassen sich die Robo­ter­sys­te­me im Rahmen der vitre­o­re­ti­na­len Chir­ur­gie in 4 Kate­go­rien eintei­len, die sich durch ihre Inter­ak­ti­on mit dem Chir­ur­gen unter­schei­den. Die Forscher heben im Folgen­den die wich­tigs­ten Charak­te­ris­ti­ka hervor:

  1. Hand­held-Syste­me wie bspw. das Micron, wurden entwi­ckelt, um den physio­lo­gi­schen Tremor des Opera­teurs aus der Werk­zeug­spit­ze herauszufiltern
  2. Tele­ma­ni­pu­la­ti­ons­sys­te­me, die intrao­ku­la­re Geschick­lich­keit über einen Bending-Conti­nu­um-Robo­ter bieten, können Mikrost­ents oder Grei­fer einsetzen
  3. Hand-auf-Hand-Syste­me, können Posi­ti­ons­feh­ler einer Werk­zeug­spit­ze mini­mie­ren, da Chir­urg und Robo­ter­ak­tua­tor gleich­zei­tig das chir­ur­gi­sche Werk­zeug steuern
  4. Magne­tisch gesteu­er­te Syste­me verwen­den ein extrao­ku­la­res Magnet­feld, um Mikro­kap­seln im Auge für bspw. Kanü­lie­rung einer Vene zu steu­ern oder um eine Mikro­ka­nü­le mit magne­ti­scher Spitze für subre­ti­na­le Genthe­ra­pie­in­jek­tio­nen zu nutzen

Die Autoren fassen zusam­men, dass Robo­ter­tech­no­lo­gien die Gren­zen der mensch­li­chen physio­lo­gi­schen Fähig­kei­ten zwar in gewis­sem Maße kompen­sie­ren können, jedoch auch noch viele Barrie­ren bei den chir­ur­gi­schen Robo­tern über­wun­den werden müssen. Dennoch unter­strei­chen die Exper­ten, dass die klini­sche Robo­tik mit der OCT und der Werk­zeug­spit­zen­kraft­mes­sun­gen die visu­el­le Wahr­neh­mung und Präzi­si­on des Chir­ur­gen verbes­sern kann. Quer­schnitts­dar­stel­lun­gen des Gewe­bes mit der OCT können einen reich­hal­ti­gen Satz an Infor­ma­tio­nen liefern, die eine siche­re Bewe­gung während der Eingrif­fe gewähr­leis­ten können. Senso­ren, die für den Menschen nicht wahr­nehm­ba­re Kräfte erken­nen, sind in der Lage, die effek­ti­ve takti­le Wahr­neh­mung des Chir­ur­gen zu verbessern.

(tt)

Autoren: Ahronovich EZ et al.
Korrespondenz: Karen M Joos; karen.joos@vumc.org
Studie: A Review of Robotic and OCT-Aided Systems for Vitreoretinal Surgery
Quelle: Adv Ther 2021; May;38(5):2114-2129.
Web: dx.doi.org/ 10.1007/s12325-021-01692-z

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