Vitreo­ma­ku­lä­res Inter­face bei neovasku­lä­rer AMD

Anti-VEGF zeigt schlechtes Wirkungsprofil bei ausgeprägter Glaskörperabhebung

20. Januar 2022

KYOTO (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Japan berich­ten, führt eine groß­flä­chi­ge zentra­le hinte­re Abhe­bung des Glas­kör­pers (PVD) von der Netz­haut bei Augen mit einer neovasku­lä­ren AMD (nAMD) zu einem schlech­ten Anspre­chen auf intra­vit­rea­le Injek­tio­nen mit Afli­ber­cept (IVA).

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 59 thera­pi­e­nai­ve Patienten/Augen mit nAMD, die mit 3 monat­li­chen IVA-Injek­tio­nen und darauf­fol­gen­den 4 2‑monatlichen IVA-Injek­tio­nen behan­delt und 1 Jahr nach­be­ob­ach­tet wurden, in ihre prospek­ti­ve beob­ach­ten­de Fall­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe schätz­te die PVD mithil­fe des inte­grier­ten, erwei­ter­ten Glas­kör­per­vi­sua­li­sie­rungs­mo­dus der Swept-Source-OCT (SS-OCT) an 1, 9 und 25 Maku­la­punk­ten inner­halb einer Fläche von 6 x 6 mm2 zentriert auf die Fovea ein. Mittels einer Summie­rung dieser Punkte berech­ne­ten die Reti­no­lo­gen den 25-Punkte-Vitreomakulären-Interface-Score.

1 Jahr nach der 1. IVA-Injek­ti­on teilte die Gruppe die Augen in eine Low-Response-(feuchte) und eine High-Response-(trockene) Gruppe ein.

Die feuch­te Gruppe bilde­ten 12 Augen und die trocke­ne Gruppe umfass­te 47 Augen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Resis­tenz­ra­te gegen­über IVA 20,3% betrug.

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass der 25-Punkte-Vitreo­ma­ku­lä­re-Inter­face-Score zu Studi­en­be­ginn in der feuch­ten Gruppe höhere Werte ergab als in der trocke­nen Gruppe (23,0 ± 4,3 vs. 18,6 ± 9,8; p=0,03), während es keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in der Sehschär­fe beider Grup­pen nach 1 Jahr (p=0,74) gab.

Ebenso traten weder signi­fi­kan­te Unter­schie­de zwischen den Grup­pen im 9‑Punkte (3 x 3 mm2 Bereich zentriert auf die Fovea)- und 1‑Punkt (Bereich Fovea)-Score auf (p=0,21 und p=0,47) noch in den ande­ren unter­such­ten Para­me­tern. Zudem lag bei keinem Auge eine vitreo­ma­ku­lä­re Trak­ti­on vor

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen mithil­fe der multi­va­ria­blen Analy­se, dass der 25-Punkte-Vitreo­ma­ku­lä­re-Inter­face-Score stark mit der subfovea­len Ader­haut­di­cke (Abstand Bruch-Membran zu Sklera) korre­lier­te (p=0,02; ß= ‑0,31).

(tt)

Autoren: Miyata M et al.
Korrespondenz: Manabu Miyata; miyatam@kuhp.kyoto-u.ac.jp
Studie: Influence of vitreomacular interface score on treatment outcomes of anti-VEGF therapy for neovascular age-related macular degeneration
Quelle: Int J Retina Vitreous 2021; Dec 20;7(1):77.
Web: dx.doi.org/10.1186/s40942-021-00342-4

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