Vitrek­to­mie bei proli­fe­ra­ti­ve diabe­ti­sche Retinopathie

Typ-1-Diabetiker zeigen schlechtere Ergebnisse als Typ-2-Diabetiker

10. November 2021

MADURAI (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie gezeigt haben, fallen die Ergeb­nis­se einer Vitrek­to­mie bei proli­fe­ra­ti­ver diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (PDR) bei Pati­en­ten mit insu­lin­ab­hän­gi­gem Typ-1-Diabe­tes (T1DM) schlech­ter aus als bei Pati­en­ten mit nicht insu­lin­pflich­ti­gem Typ-2-Diabe­tes (T2DM). Die Forschen­den vermu­ten als Ursa­che bei T1DM die länge­re Diabe­tes­dau­er mit schlech­ter Blut­zu­cker­ein­stel­lung, asso­zi­ier­te Komor­bi­di­tä­ten sowie eine höhere Inzi­denz an zentra­len (maku­lä­ren) Trak­ti­ons­a­mo­tio­nes (MTRD).

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen in ihr retro­spek­ti­ves Review 28 Pati­en­ten mit T1DM (42 Augen; Alter 18 bis 45 Jahre) ein, die sich im Zeit­raum Juni 2017 bis Juni 2019 einer Vitrek­to­mie aufgrund von Kompli­ka­tio­nen einer PDR unter­zo­gen und eine Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von ≥12 Monate aufwie­sen. Die Kontroll­grup­pe bilde­ten 47 Pati­en­ten mit T2DM (58 Augen; Alter 30 bis 45 Jahre), bei denen aufgrund in etwa entspre­chen­der Indi­ka­tio­nen eine Vitrek­to­mie erfolgte.

Das mitt­le­re Alter der Pati­en­ten bei der Opera­ti­on betrug in der T1DM-Gruppe 35,9±6,88 und in der T2DM-Gruppe 39,8±3,03 Jahre (p<0,001).

Die Forscher ermit­tel­ten eine Verbes­se­rung der mitt­le­ren best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) bei der Abschluss­kon­trol­le in der T1DM-Gruppe von 1,53±0,55 auf 1,30±0,93 logMAR (p=0,07) und in der T2DM-Gruppe von 1,59±0,46 auf 1,00±0,78 logMAR (p=0,0001).

Darüber hinaus stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die primä­re und finale Wieder­an­la­ge der Retina nach Amotio in der T1DM-Gruppe bei 76,2 und 88,1% sowie in der T2DM-Gruppe bei 84,5 und 96,6% lag.

Des Weite­ren iden­ti­fi­zier­ten die Exper­ten als Risi­ko­fak­to­ren für ein schlech­tes Visus­er­geb­nis bei der letz­ten Nach­kon­trol­le in beiden Grup­pen eine präope­ra­ti­ve MTRD sowie ein Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­glau­kom, bei den T1DM-Pati­en­ten eine chro­ni­sche Nieren­er­kran­kung und das Fehlen einer präope­ra­ti­ven panre­ti­na­len Laser­ko­agu­la­ti­on und bei den T2DM-Pati­en­ten einen Blut­hoch­druck und wieder­hol­te chir­ur­gi­sche Eingriffe.

(tt)

Autoren: Kumar K et al.
Korrespondenz: Piyush Kohli; kohli119@gmail.com
Studie: Clinical features and surgical outcomes of complications of proliferative diabetic retinopathy in young adults with type 1 diabetes mellitus versus type 2 diabetes mellitus - A comparative observational study
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Nov;69(11):3289-3295.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_1293_21

 

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