Visus­be­ein­träch­tung bei Frauen im mitt­le­ren Lebensalter

Studie zeigt Assoziation mit Depression auf

10. November 2021

ANN ARBOR (Bier­mann) – Bei der Study of Women´s Health Across the Nation (SWAN) handelt es sich um eine aktive, stand­ort­über­grei­fen­de, epide­mio­lo­gi­sche Studie, in der physi­sche, psychi­sche und sozia­le Verän­de­run­gen bei Frauen im mitt­le­ren Alter unter­sucht werden. Die Studie soll medi­zi­ni­schem Perso­nal und Frauen helfen, mehr über die gesund­heit­li­chen Folgen und die Lebens­qua­li­tät nach Ereig­nis­sen im mitt­le­ren Lebens­al­ter zu erfahren.

Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass eine Sehbe­ein­träch­ti­gung (VI) bei Frauen mitt­le­ren Alters mit einer erhöh­ten Wahr­schein­lich­keit zukünf­ti­ger depres­si­ver Sympto­me asso­zi­iert ist. Sie folgern daraus, dass eine zeit­na­he Diagno­se und eine geeig­ne­te Korrek­tur der VI wich­tig ist, den psychi­schen Gesund­heits­zu­stand dieser Frauen zu erhalten.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten im Forschungs­zen­trum Michi­gan im Rahmen der SWAN bei 226 Frauen (mitt­le­res Alter 50,0±2,6 Jahre) eine Analy­se des Fern­vi­sus an 6 jähr­li­chen Unter­su­chungs­ter­mi­nen durch. Als milde VI defi­nier­ten sie einen Visus von 0,67 bis 0,33 dezi­mal und als mode­rat bis schwer einen Visus von ≤0,3 dezimal.

Bei jeder Kontrol­le analy­sier­te die Arbeits­grup­pe depres­si­ve Sympto­me mithil­fe von 20 Fragen und Bewer­tun­gen auf der Center-for-Epidemiological-Studies-Depression-Skala.

Mithil­fe multi­va­ria­bler logis­ti­scher Regres­si­ons­mo­del­len mit verall­ge­mei­ner­ten Schätz­glei­chun­gen beur­teil­te die Gruppe die Asso­zia­ti­on von VI und depres­si­ver Sympto­me beim nach­fol­gen­den Besuch.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 53,5% der Frauen eine milde VI und bei 8% eine mode­ra­te bis schwe­re VI. Dabei wurden Alter, bekann­te depres­si­ve Sympto­me, Ethnie, Bildung, wirt­schaft­li­che Belas­tung, Body-Mass-Index und Niko­tin­kon­sum berück­sich­tigt. Danach bestand bei Frauen mit jeder Form von VI im Vergleich zu Frauen ohne VI ein 2,55-fach erhöh­tes Risiko (95%-KI 1,13–5,75) dafür, bei der nach­fol­gen­den Kontrol­le depres­si­ve Sympto­me anzugeben.

Die Exper­ten stell­ten jedoch nach weite­rer Anpas­sung von Diabe­tes, Blut­hoch­druck und Osteo­ar­thri­tis keine statis­tisch signi­fi­kan­te Asso­zia­ti­on mehr fest.

(tt)

Autoren: Karvonen-Gutierrez CA et al.
Korrespondenz: Carrie A Karvonen-Gutierrez; ckarvone@umich.edu
Studie: Longitudinal association of midlife vision impairment and depressive symptoms: the study of Women's Health Across the Nation, Michigan site
Quelle: Menopause. 2021 Oct 25 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/GME.0000000000001880

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