Visus­be­dro­hen­de Uveitis

Infliximab zeigt geringere Rezidivrate als Adalimumab

7. März 2022

PARIS (Bier­mann) – Wie eine aktu­el­le Studie aus Frank­reich gezeigt hat, weist Adali­mum­ab (ADA) im Vergleich zu Infli­xi­mab (IFX), bei denen es sich um Tumor-Nekro­se­fak­tor-Alpha (TNF‑α)-Inhibitoren handelt und die zur Fami­lie der biolo­gi­schen, krank­heits­mo­di­fi­zie­ren­den Substan­zen (bDMARD) gehö­ren, bei Pati­en­ten mit einer visus­be­dro­hen­den nicht­in­fek­tiö­sen Uvei­tis (NIU) ein signi­fi­kant gerin­ge­res Risiko für Rezi­di­ve auf.

In ihrer retro­spek­ti­ven multi­zen­tri­schen Beob­ach­tungs­stu­die über­prüf­ten die Wissen­schaft­ler medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 330 Pati­en­ten (medi­a­nes Alter 36 Jahre [IQR 27–54 Jahre]; 45,2% Männer) mit einer durch eine reti­na­le Vasku­li­tis und/oder einem Maku­la­ö­dem visus­be­dro­hen­den NIU.

Die Thera­pie umfass­te entwe­der IFX, das mit einer Dosie­rung von 5 mg/kg KG intra­ve­nös in Woche 0, 2 und 6 sowie danach alle 4–6 Wochen appli­ziert wurde oder MTX, das zunächst mit einer Dosie­rung von 80 mg und nach­fol­gend von 40 mg alle 2 Wochen subku­tan verab­reicht wurde. Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punk­te die Rezi­div­ra­te, die komplet­te Ansprechra­te, den Corti­cos­te­ro­id-sparen­den Effekt sowie das Sicher­heits­pro­fil fest.

Zu den Haupt­ur­sa­chen der Uvei­tis zähl­ten der Morbus Behçet (27%), die idio­pa­thi­sche juve­ni­le Arthri­tis (5,8%) sowie die Sarko­ido­se (5,5%).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die geschätz­te Rezi­div­ra­te 6 Monate nach Beginn der jewei­li­gen Biolo­gi­ka­be­hand­lung bei 13% (95%-KI 0,009–0,16) lag. Die Thera­pie mit IFX war jedoch asso­zi­iert mit einem gerin­ge­ren Rezi­di­v­ri­si­ko gegen­über derje­ni­gen mit MTX (HR 0,52; 95%-KI 0,36–0,77; p=0,001). Demge­gen­über stell­ten die Exper­ten fest, dass beide Grup­pen sowohl eine vergleich­ba­re komplet­te Ansprechra­te der NIU, als auch eine ähnli­che Corti­cos­te­ro­id-einspa­ren­de Wirkung zeigten.

Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass die Behçet-beding­te Uvei­tis eine höhere Wahr­schein­lich­keit für ein komplet­tes Anspre­chen auf die Anti-TNF-α-Thera­pie (HR 2,04; 95%-KI 1,16–3,60; p=0,01) aufwies und mit einer gerin­ge­ren Rezi­div­ra­te (HR 0,53; 95%-KI 0,33–0,85; p=0,009) asso­zi­iert war als dieje­ni­ge bei ande­ren Ätio­lo­gien der NIU.

(tt)

Autoren: Maalouf G et al.
Korrespondenz: David Saadoun; david.saadoun@aphp.fr
Studie: Lower relapses rate with infliximab versus adalimumab in sight threatening uveitis: a multicenter study of 330 patients
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; Feb 13;S0002-9394(22)00049-6.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2022.02.002

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