Virus-beding­tes uvei­ti­sches Sekundärglaukom

Unterschiede zwischen CMV und VZV helfen bei Frühdiagnose

5. April 2022

SHANGHAI (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie aus China hat gezeigt, dass sich die klini­schen Befun­de eines Sekun­där­glau­koms im Zusam­men­hang mit einer Cyto­me­ga­lie­vi­rus (CMV)- und einer Vari­zel­la-Zoster-Virus-beding­ten Uvei­tis ebenso unter­schei­den wie die klini­schen Merk­ma­le zwischen einem CMV-posi­ti­ven und einem CMV-nega­ti­ven Posner-Schloss­man-Syndrom (PSS).

Laut den Autoren hilft eine korrek­te ätio­lo­gi­sche Diffe­ren­zie­rung des Glau­koms dabei, das Risiko einer Progres­si­on zu verringern.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 60 Pati­en­ten mit uvei­ti­schem Sekun­där­glau­kom in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te bei allen Pati­en­ten die Befun­de der Kammer­was­ser- und Serum­ana­ly­sen auf virale Anti­kör­per, die mittels Enzyme-linked-Immu­no­sor­bent-Assay (ELISA) durch­ge­führt wurden. Zusätz­lich über­prüf­te die Gruppe folgen­de Para­me­ter: Alter der Pati­en­ten, Krank­heits­dau­er, Augen­in­nen­druck (IOD), Cup-Disc-Ratio (CDR), best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA), Anzahl kornea­ler Endo­thel­zel­len (CEC), okulä­re Verän­de­run­gen sowie Behandlungen.

Von den 60 Pati­en­ten wiesen 22 ein CMV-nega­ti­ves PSS, 25 ein CMV-posi­ti­ves PSS sowie 13 Pati­en­ten ein VZV-posi­ti­ves ante­rio­res uvei­ti­sches Sekun­där­glau­kom (VZV-AUSG) auf.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei Pati­en­ten mit CMV-posi­ti­vem im Vergleich zum CMV-nega­ti­ven PSS eine größe­re CDR (p=0,043), eine gerin­ge­re CEC-Dichte (p=0,017), ein schwe­re­rer CEC-Verlust (p<0,001) sowie eine stär­ke­re Depig­men­tie­rung der Iris (p=0,006) vorlag.

Beim Vergleich zwischen den Pati­en­ten mit VZV-AUSG und denje­ni­gen mit CMV-posi­ti­vem PSS beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass die VZV-AUSG-Pati­en­ten älter waren (p=0,003) und einen höhe­ren IOD (p=0,015) sowie eine schlech­te­re BCVA (p<0,001) aufwie­sen. Beide Grup­pen spra­chen gut auf eine Thera­pie mit Ganci­clo­vir an.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass bei Pati­en­ten mit CMV-posi­ti­vem PSS eine gerin­ge­re Anzahl an AGM erfor­der­lich war als bei denje­ni­gen mit CMV-nega­ti­vem PSS (p=0,005) oder mit VZV-AUSG (p<0,001). Die Anzahl an antig­lau­kom­a­tö­sen Eingrif­fen war zwischen den 3 Grup­pen ausgeglichen.

(tt)

Autoren: Fan X et al.
Korrespondenz: Xiangmei Kong; xiangmei_kong@fudan.edu.cn
Studie: Clinical characteristics of virus-related uveitic secondary glaucoma: focus on cytomegalovirus and varicella zoster virus
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Mar 22;22(1):130.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02348-4

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