Vermu­te­te tuber­ku­lö­se inter­me­diä­re Uveitis

PCR aus okulärer Flüssigkeit ist als schnelle Nachweismethode einsetzbar

31. August 2022

CHENNAI (Bier­mann) – Die Autoren einer neuen Arbeit haben gezeigt, dass Pati­en­ten mit inter­me­diä­rer Uvei­tis, die posi­tiv auf Myco­bac­te­ri­um tuber­cu­lo­sis (MTB)-DNA in der quan­ti­ta­ti­ven Echt­zeit-Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (rt-PCR) und/oder der Nested-PCR ([n‑PCR]; verschach­telt; nach 1. folgt 2. PCR zur Erhö­hung der Spezi­fi­tät) aus Kammer­was­ser- oder Glas­kör­per­pro­ben getes­tet werden, effek­tiv und zeit­nah mit Anti­tu­ber­ku­lo­ti­ka (ATT) und Immun­mo­du­la­to­ren (IMT) behan­delt werden können.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 14 Pati­en­ten (22 Augen; mitt­le­res Alter 34 Jahre [Bereich 10–61]; 11 Männer) mit vermu­te­ter tuber­ku­lö­ser inter­me­diä­rer Uvei­tis ein. Bei allen Pati­en­ten wurde eine inter­nis­ti­sche Abklä­rung zum Ausschluss ande­rer Ursa­chen der Uvei­tis durch­ge­führt. Nach Vorlie­gen eines posi­ti­ven Ergeb­nis­ses eines der MBT-Unter­su­chun­gen (Mantoux- oder Quan­ti­Fe­ron-TB-Gold-Test oder hoch­auf­lö­sen­de CT der Lunge) wurde eine MTB-PCR – n‑PCR für das MPB64- und das IS6110-Gen und/oder rt-PCR – in okulä­ren Flüs­sig­kei­ten (Kammer­was­ser n=7; Glas­kör­per n=7) durchgeführt.

Die Arbeits­grup­pe legte als Endpunk­te die Verän­de­rung der Sehschär­fe (VA) nach 1 Jahr sowie die Rezi­div­ra­te nach 6 Mona­ten Thera­pie­dau­er fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die n‑PCR für die IS6110- und die MPB 64-Region bei 64% der Augen als posi­tiv erwies, während 23% der Fälle nur posi­tiv für IS6110 und 15% nur posi­tiv für MPB64 waren. Im Hinblick auf die rt-PCR beob­ach­te­ten die Forschen­den bei 48% der Pati­en­ten ein posi­ti­ves Ergebnis.

Bei allen Pati­en­ten erfolg­te eine orale Thera­pie mit Corti­cos­te­ro­iden (bei Nicht-Anspre­chen mit IMT [46%; 1.Wahl Myco­phe­no­lat-Mofetil]) sowie mit den 4 ATT nach Stan­dard­sche­ma über einen Zeit­raum von 9 Monaten.

Die mitt­le­re VA lag vor der Thera­pie bei 0,25 dezi­mal und verbes­ser­te sich bei 33% der Fälle nach 1 Jahr auf 0,33 dezi­mal, während sie bei 57% unver­än­dert blieb und sich bei 10% verschlech­ter­te. Bei 23% der Augen kam es nach 6 Mona­ten zu einem Rezidiv.

(tt)

Autoren: Sreenivasan J et al.
Korrespondenz: Jyotirmay Biswas@drjb@snmail.org
Studie: Polymerase chain reaction confirmed mycobacterium tuberculosis intermediate uveitis -analysis of 22 eyes of 14 cases from a tertiary care centre in South India: a retrospective study
Quelle: J Ophthalmic Inflamm Infect 2022; Jul 11;12(1):23.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12348-022-00296-0

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