Vermeid­ba­re Erblin­dung durch Glaukom

Investitionen könnten Prävalenz senken

18. Januar 2022

GUANGZHOU (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben gezeigt, dass ein nied­ri­ges sozio­öko­no­mi­sches Niveau und ein schlech­ter Zugang zu ophthal­mo­lo­gi­schen Zentren mit einer höhe­ren Präva­lenz für glau­kom­be­ding­te Erblin­dung und Sehver­lust asso­zi­iert sind.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten in ihrer bevöl­ke­rungs­ba­sier­ten Beob­ach­tungs­stu­die die Daten­bank der Global-Burden-of-Dise­a­se-Studie (GBD-Studie;2017) in Bezug auf die Präva­lenz für Erblin­dung und Sehver­lust durch ein Glau­kom (geglie­dert nach Alter, Geschlecht, Subre­gi­on und Niveau des sozio­de­mo­gra­fi­schen Index [SDI]). Die Forscher sammel­ten aus inter­na­tio­na­len Daten­ban­ken Infor­ma­tio­nen zum Index der mensch­li­chen Entwick­lung (HDI) und dem ungleich­heits­be­rei­nig­tem HDI.

Die Autoren ermit­tel­ten eine alters­stan­dar­di­sier­te Gesamt­prä­va­lenz für Erblin­dung und Sehver­lust wegen eines Glau­koms von 81,5/100.000 im Jahr 1990 und 75,6/100.000 im Jahr 2017. Männer wiesen 2017 eine höhere alters­stan­dar­di­sier­te Präva­lenz auf als Frauen (6,07 vs. 5,42%). Die welt­wei­te Präva­lenz stieg von 0,5/100.000 in der Alters­grup­pe der 45- bis 49-Jähri­gen auf 112,9/100.000 bei den Perso­nen im Alter von >70 Jahren.

Die höchs­te Präva­lenz während des gesam­ten Zeit­rau­mes bestand in den Regio­nen des östli­chen Mittel­meer­raums und Afri­kas, während in den USA die nied­rigs­te vorlag.

Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass die Präva­lenz in den letz­ten 27 Jahren in Regio­nen mit nied­ri­gem SDI und Einkom­men am höchs­ten war und vice versa.

Zudem zeigte sich mittels der multi­plen linea­ren Regres­si­on, dass eine gerin­ge­re Präva­lenz mit der Kata­rakt­ex­trak­ti­ons­ra­te (ß= ‑0,01; p=0,009), der Präva­lenz von Refrak­ti­ons­feh­lern (ß= ‑0,03; p=0,024) sowie der erwar­te­ten Dauer der Schul­aus­bil­dung (ß= ‑8,33; p=0,035) asso­zi­iert, während das Brut­to­na­tio­nal­ein­kom­men pro Kopf (ß=0,002; p<0,001) mit einer höhe­ren Präva­lenz verbun­den war.

Die Autoren resü­mie­ren, dass diese Ergeb­nis­se den poli­ti­schen Entschei­dungs­trä­gern den Beweis dafür liefern, dass Inves­ti­tio­nen im Bereich Glau­kom die Belas­tung durch die Haupt­ur­sa­che für irrever­si­ble Blind­heit verrin­gern könnten.

(tt)

Autoren: Sun Y et al.
Korrespondenz: Guangming Jin; jingm@mail2.sysu.edu.cn
Studie: Time trends, associations and prevalence of blindness and vision loss due to glaucoma: an analysis of observational data from the Global Burden of Disease Study 2017
Quelle: BMJ Open 2022; Jan 6;12(1):e053805.
Web: dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2021-053805

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