Venen­throm­bo­se

Unterschiede zwischen Ast- oder Zentralvenenverschluss untersucht

4. Oktober 2019

BALTIMORE (Bier­mann) – Die Auswer­tung einer Post-hoc-Analy­se bei mit Rani­bi­zumab behan­del­ten Pati­en­ten mit reti­na­lem Zentral­ve­nen­ver­schluss (ZVV) oder reti­na­lem Astve­nen­ver­schluss (AVV) lässt US-ameri­ka­ni­sche Studi­en­au­toren Unter­schie­de in der Patho­phy­sio­lo­gie vermu­ten. In der Unter­su­chung gab es erheb­li­che Unter­schie­de bei den Outco­me-Para­me­tern bei ZVV im Vergleich zu AVV. Ein junges Alter, niemals geraucht zu haben, eine Blut­ver­dün­nung und Blut­hoch­druck bzw. ein hoher systo­li­scher okulä­rer Perfu­si­ons­druck sind bei einem ZVV vorteil­haf­ter. Die Vermei­dung eines schlep­pen­den Blut­flus­ses und die Aufrecht­erhal­tung der Perfu­si­on könnte daher bei ZVV beson­ders wich­tig sein.

In die Post-hoc-Analy­se wurden 205 Pati­en­ten mit ZVV und 181 Pati­en­ten mit AVV aus 2 multi­zen­tri­schen klini­schen Studi­en einge­schlos­sen, die den 12. Monat der HORI­ZON-Verlän­ge­rungs­stu­die abge­schlos­sen hatten.

Mittels logis­ti­scher Regres­si­on wurden Kova­ria­ten mit einem p-Wert <0,20 aus univa­ria­ten Analy­sen in multi­va­ria­te Model­le einge­schlos­sen, um unab­hän­gi­ge Fakto­ren zu iden­ti­fi­zie­ren, die mit einem bestimm­ten Ergeb­nis (bei p<0,05) asso­zi­iert sind, wobei vorein­ge­stell­te Varia­blen für die Krank­heits­dau­er und die ursprüng­li­che Behand­lungs­zu­ord­nung fest­ge­legt wurden. Haupt­ziel­pa­ra­me­ter waren der best­kor­ri­gier­te Visus (BCVA) ≥20/40 (≥70 Buch­sta­ben), eine Verbes­se­rung ≥15 Buch­sta­ben und die Dicke des zentra­len Teil­felds („central subfield thic­k­ness“ CST) ≤250 μm zum HORI­ZON-Monat 12.

Bei Pati­en­ten mit AVV sagte ein guter BCVA-Ausgangs­wert (Odds Ratio [OR] 1,53; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,30–1,79), männ­li­ches Geschlecht (OR 2,48; 95%-KI 1,20–5,13) und ein norma­ler Häma­to­krit­wert (nied­rig vs. normal, OR 0,26; 95%-KI 0,12–0,59) ein BCVA ≥20/40 voraus. Eine hohe zentra­le Fovea­di­cke (OR 1,03; 95%-KI, 1,01–1,04) und ein norma­ler Häma­to­krit­wert (nied­rig vs. normal, OR 0,31; 95%-KI 0,15–0,66) sagten eine BCVA-Verbes­se­rung ≥15 Buch­sta­ben voraus. Eine exten­si­ve subre­ti­na­le Flüs­sig­keit base­li­ne sagte mode­rat eine CST ≤250 μm voraus (OR 1,08; 95%-KI 1,00–1,16).

Bei Pati­en­ten mit ZVV prognos­ti­zier­te ein guter Base­li­ne-BCVA (OR 1,59; 95%-KI 1,35–1,89), niemals geraucht (OR 2,80; 95%-KI 1,27–6,17) und junges Alter (OR 0,58; 95%-KI 0,41–0,82) einen BCVA ≥20/40. Niemals geraucht (OR 2,13; 95%-KI 1,03–4,39), junges Alter (OR 0,41; 95%-KI 0,28–0,59), gerin­ger Base­li­ne-BCVA (OR 0,82; 95%-KI 0,73–0,93), Blut­hoch­druck (OR 4,47; 95%-KI 1,70–11,75) und nied­ri­ger diasto­li­scher okulä­rer Perfu­si­ons­druck (OPD) während der Studie (OR 0,39; 95%-KI 0,21–0,72) sagten eine BCVA-Verbes­se­rung von ≥15 Buch­sta­ben voraus. Junges Alter (OR 0,65; 95%-KI 0,47–0,90), nied­ri­ge­rer mitt­le­rer Häma­to­krit (nied­rig vs. normal, OR 2,81; 95%-KI 1,06–7,49), hoher systo­li­scher OPD während der Studie (OR 1,61; 95%-KI 1,14–2,27), große Berei­che mit zentra­ler Blutung (OR 1,44; 95%-KI, 1,04–2,00) und keine subre­ti­na­le Flüs­sig­keit (OR 2,15; 95%-KI 1,06–4,40) sagten eine CST ≤250 μm voraus.

(isch)

Autoren: Sophie R et al.
Korrespondenz: Campochiaro PA; pcampo@jhmi.edu
Studie: Different Factors Associated with 2-Year Outcomes in Patients with Branch versus Central Retinal Vein Occlusion Treated with Ranibizumab
Quelle: Ophthalmology 2019 Jul 23. pii: S0161-6420(19)30590-1.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.07.018

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