Uvei­ti­sches Sekundärglaukom

Gel-Stent-Implantation: Sichere Behandlungsoption auch bei dringenden Eingriffen

11. November 2019

MANCHESTER (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Fall­se­rie von 37 Augen mit sekun­dä­rem Glau­kom bei Uvei­tis war das Xen-45-Implan­tat eine wirk­sa­me und siche­re Behand­lungs­op­ti­on, einschließ­lich solcher Pati­en­ten, bei denen drin­gend ein chir­ur­gi­scher Eingriff erfor­der­lich war.

Primä­re Endpunk­te in der Fall­se­rie waren die Sehschär­fe, der Augen­in­nen­druck, der Entzün­dungs­grad sowie Augen­in­nen­druck-senken­de Medi­ka­men­te. Außer­dem wurde die Zeit von der Entschei­dung bis zur Opera­ti­on aufge­zeich­net. Die Daten wurden präope­ra­tiv und 1 Tag, 1 Woche, 1, 3, 6 und 12 Monate post­ope­ra­tiv erho­ben. Post­ope­ra­ti­ve Kompli­ka­tio­nen waren Hypo­to­nie und okulä­re Dekompressionsretinopathie.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 16,7 Monate (Bereich 12–32 Monate). Präope­ra­tiv erhiel­ten alle Pati­en­ten 3 oder mehr Augen­in­nen­druck-senken­de Medi­ka­men­te, und 75,7% Acetazo­l­a­mid zum Einneh­men. Eine syste­mi­sche Immun­sup­pres­si­on wurde bei 62,2% ange­wen­det, und alle beka­men topi­sche Stero­ide. Der mitt­le­re präope­ra­ti­ve Augen­in­nen­druck betrug 36,1 mmHg (±9,6) bei einem durch­schnitt­li­chen Abfall von 3,69 (±0,47). Die media­ne Zeit von der Entschei­dung zur Opera­ti­on bis zur Opera­ti­on betrug 5,5 Tage (Bereich 1–120).

Der mitt­le­re post­ope­ra­ti­ve Augen­in­nen­druck betrug 12,6 mmHg (±4,1) mit einem durch­schnitt­li­chen Abfall des Augen­in­nen­drucks um 0,62 (±1,1) nach einem Jahr, was einem Rück­gang des Augen­in­nen­drucks um 65% und einer Verrin­ge­rung der medi­ka­men­tö­sen Senkung des Augen­in­nen­drucks um 83% entspricht.

Das Bleb-Need­ling mit 5‑Fluorouracil wurde an 5 Augen (13,5%) durch­ge­führt. Bei 7 Augen trat eine sympto­ma­ti­sche Hypo­to­nie auf, die weite­re Eingrif­fe erfor­der­te. Bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung wurde keine okulä­re Dekom­pres­si­ons­re­ti­no­pa­thie fest­ge­stellt. 5 Augen (13,5%) muss­ten mittels Drai­na­ge-Tube operiert oder einer Trabe­ku­lek­to­mie unter­zo­gen werden.

Die Autoren folgern, dass das Xen-45-Implan­tat eine wirk­sa­me Behand­lung für hyper­ten­si­ve Krisen beim uvei­ti­schen Sekun­där­glau­kom sei und eine starke Senkung des Augen­in­nen­drucks ohne signi­fi­kan­te Uvei­tis-Ausbrü­che ermög­li­che. In dieser Pati­en­ten­grup­pe waren die Need­ling-Raten nied­ri­ger als beim primä­ren Offen­win­kel­glau­kom. Es könn­ten jedoch immer noch Kompli­ka­tio­nen einschließ­lich Hypo­to­nie auftre­ten, so das Resü­mee der Autoren.

(isch)

Autoren: Qureshi A et al.
Korrespondenz: Manchester Royal Eye Hospital, Manchester University Hospitals NHS Foundation Trust, UK
Studie: Urgent Management of Secondary Glaucoma in Uveitis Using the Xen-45 gel Stent
Quelle: J Glaucoma 2019 Oct 17
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001389

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