Uvei­ti­sches Maku­la­ö­dem nach Fluocinolon-Implantatio

Präoperative Corticosteroidgabe als prognostischen Biomarker ermittelt

11. Mai 2022

HEIDELBERG (Bier­mann) – Pati­en­ten mit nicht­in­fek­tiö­sem uvei­ti­schen Maku­la­ö­dem (UME), bei denen eine intra­vit­rea­le Injek­ti­on (IVI) mit Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid (FAc) erfolgt, benö­ti­gen in Abhän­gig­keit von der Anzahl an präope­ra­ti­ven Corti­cos­te­ro­id (CS)-Behandlungen sowie der post­ope­ra­ti­ven Abnah­me des choro­ida­len Vasku­la­ri­täts­in­dex (CVI) zusätz­lich lokale CS. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Arbeit gekommen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 29 Pati­en­ten mit UME, bei denen eine IVI mit 0,19 mg FAc erfolg­te, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Einge­schlos­sen wurden Pati­en­ten, die inner­halb der voran­ge­gan­ge­nen 24 Monate ≥1 peri­bul­bä­re Injek­ti­on mit CS erhiel­ten. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te 24, 18, 12 und 6 Monate vor und nach der FAc-Implan­ta­ti­on klini­sche Daten sowie Ergeb­nis­se der Spek­tral-Domain-OCT, insbe­son­de­re die zentra­le Netz­haut­di­cke (CST), das Ellip­so­id­zo­nen-Refle­xi­ons­ver­hält­nis (EZR) und den CVI, und verglich die Ergeb­nis­se zwischen den Pati­en­ten, bei denen lokale CS post­ope­ra­tiv erfor­der­lich waren (n=13; 45%) bzw. jenen, die CS-frei blie­ben (n=16; 55%).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 10 der 13 Pati­en­ten (77%) mit post­ope­ra­ti­ver CS-Notwen­dig­keit, >2 CS-Appli­ka­tio­nen­/­Jahr präope­ra­tiv erfolgt waren. Dieses Kollek­tiv zeigte während der Nach­kon­trol­len einen höhe­ren CVI, eine größe­re CST sowie ein schlechteres/geringeres EZR als die post­ope­ra­tiv CS-freien Fälle. Bei 13 (81%) dieser 16 Pati­en­ten wurden präope­ra­tiv nur ≤2 CS-Behand­lun­gen/­Jahr durchgeführt.

Die Reti­no­lo­gen konsta­tier­ten, dass die Anzahl an präope­ra­ti­ven Maßnah­men mit CS (Pearson´s Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­ent [R] 0,49), die Ände­rung des CVI von Studi­en­be­ginn bis Monat 6 (R ‑0,41) sowie die initia­le CST (R ‑0,36) mit der Anzahl an zusätz­li­chen CS-Inter­ven­tio­nen korre­lier­ten. Eine hohe Anzahl an CS-Gaben/­Jahr vor FAc-Implan­ta­ti­on erwies sich als Prädik­tor für einen Mehr­be­darf an CS post­ope­ra­tiv (OR 2,65), während eine Abnah­me des CVI bis Monat 6 invers korre­lier­te (OR 0,82).

(tt)

Autoren: Kessler LJ et al.
Korrespondenz: Ramin Khoramnia; ramin.khoramnia@med.uni-heidelberg.de
Studie: Biomarkers to Predict the Success of Treatment with the Intravitreal 0.19 mg Fluocinolone Acetonide Implant in Uveitic Macular Edema
Quelle: Pharmaceutics 2022; Mar 22;14(4):688.
Web: dx.doi.org/10.3390/pharmaceutics14040688

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