Uvei­tis und Luft­ver­schmut­zung

Assoziation ist gegeben

3. Mai 2021

TAICHUNG (Bier­mann) – Frühe­re Studi­en haben einen Zusam­men­hang zwischen Augen­ober­flä­chen­er­kran­kun­gen und Luft­ver­schmut­zung gefun­den, wohin­ge­gen sich nur wenige Studi­en auf das Risiko einer Uvei­tis konzen­triert haben. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Luft­ver­schmut­zung signi­fi­kant mit dem Risiko einer idio­pa­thi­schen Uvei­tis asso­zi­iert ist.

Die Wissen­schaft­ler verwen­de­ten Daten aus der Taiwan Longi­tu­di­nal Health Insuran­ce Daten­bank (LHID) sowie der Taiwan Air Quali­ty Moni­to­ring Daten­bank (TAQMD), um die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die durch­zu­füh­ren.

Sie teil­ten Luft­schad­stoff-Konzen­tra­tio­nen, einschließ­lich der von Kohlen­di­oxid (CO2), nach Quar­ti­len in 4 Stufen (Q1-Q4) ein. Als Ergeb­nis­pa­ra­me­ter wurde die Inzi­denz der Uvei­tis (defi­niert nach der Inter­na­tio­na­len Klas­si­fi­ka­ti­on der Erkran­kun­gen; 9.Auflage) fest­ge­legt.

Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te mithil­fe univa­ria­bler und multi­va­ria­bler Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Regres­si­ons­mo­del­len die ange­pass­te Hazard Ratio (aHR) und ermit­tel­te die poten­zi­el­len Risi­ko­fak­to­ren für eine Uvei­tis.

In die Studie wurden 175.489 Perso­nen aufge­nom­men, die mit den nächst­ge­le­ge­nen Luft­qua­li­täts-Über­wa­chungs­sta­tio­nen verbun­den waren.

Die Forscher stell­ten bei folgen­den Schad­stof­fen ein erhöh­tes Uvei­tis-Risiko fest:

- bei Kohlen­mon­oxid (CO) in der Q3-Gruppe (aHR 1,41; 95%-KI 1,23–1,61) sowie in der Q4-Gruppe (aHR 2,19; 95%-KI 1,93–2,47)

- bei Stick­stoff­mon­oxid (NO) in der Q3-Gruppe (aHR 1,46; 95%-KI 1,27–1,67) und in der Q4-Gruppe (aHR 2,05; 95%-KI 1,81–2,32)

- bei Stick­stoff­oxid (NOx) in der Q2-Gruppe (aHR 1,27; 95%-KI 1,11–1,44), in der Q3-Gruppe (aHR 1,34; 95%-KI 1,16–1,53) sowie in der Q4-Gruppe (aHR 1,85; 95%-KI 1,63–2,09)

- bei Gesamt­koh­len­was­ser­stoff (THC) in der Q2-Gruppe (aHR 1,42; 95%-KI 1,15–1,75), in der Q3-Gruppe (aHR 3,80; 95%-KI 3,16–4,57) und in der Q4-Gruppe (aHR 5,02; 95%-KI 4,19–6,02),

- bei Methan (CH4) in der Q3-Gruppe (aHR 1,94; 95%-KI 1,60–2,34) und in der Q4-Gruppe (aHR 7,14; 95%-KI 6,01–8,48).

Alle Werte sind im Vergleich zur Q1-Gruppe zu betrach­ten.

Die Autoren resü­mie­ren, dass das Uvei­tis-Risiko vor allem bei hohen THC- und CH4-Werten erhöht ist und mit stei­gen­den NOx- und THC-Werten zunimmt.

(tt)

Autoren: Bai YC et al.
Korrespondenz: James Cheng-Chung Wei; jccwei@gmail.com
Studie: Association Between Air Pollution and the Risk of Uveitis: A Nationwide, Population-Based Cohort Study
Quelle: Front Immunol 2021; Mar 18;12:613893.
Web: dx.doi.org/10.3389/fimmu.2021.613893

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