Uvei­tis bei anky­lo­sie­ren­der Spondylitis

Risiko für Herzinfarkt ist stark erhöht

1. März 2022

TAIPEH (Bier­mann) – Bei der chro­nisch entzünd­li­chen Spon­dy­li­tis anky­los­ans (AS) tritt als häufigs­te extra­ar­ti­ku­lä­re Mani­fes­ta­ti­on eine Uvei­tis auf, bei der es sich zusätz­lich um einen wich­ti­gen Indi­ka­tor für eine syste­mi­sche Inflamma­ti­on handelt. Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie nun schrei­ben, stellt die Uvei­tis einen signi­fi­kan­ten Risi­ko­fak­tor für einen akuten Myokard­in­farkt (AMI) bei Pati­en­ten mit AS dar. Ärzte soll­ten sich des poten­zi­el­len kardio­vasku­lä­ren Risi­kos bei AS-Uvei­tis bewusst sein, insbe­son­de­re, wenn gleich­zei­tig andere Risi­ko­fak­to­ren bestehen, so die Forschenden.

Die Wissen­schaft­ler sammel­ten aus einem Zeit­raum von 15 Jahren medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen aus der Daten­bank der Natio­na­len Kran­ken­ver­si­che­rung in Taiwan zu 5905 Pati­en­ten mit AS, von denen 1181 an einer Uvei­tis litten (20%; Uvei­tis­grup­pe; Nicht-Uvei­tis­grup­pe n=4724; 80%).

Die Forscher ermit­tel­ten mithil­fe der Kaplan-Meier-Kurven und dem Log-Rank-Test, dass in der Uvei­tis­grup­pe ein signi­fi­kant höhe­res kumu­la­ti­ves Risiko für einen AMI bestand als in der Nicht-Uvei­tis­grup­pe (p<0,001). Ebenso stell­ten die Exper­ten fest, dass die adjus­tier­te Hazard Ratio (aHR) für AMI bei den Uvei­ti­s­pa­ti­en­ten signi­fi­kant höher lag (aHR 1,653) als bei den Nicht-Uvei­ti­s­pa­ti­en­ten (p<0,001).

Glei­cher­ma­ßen ergab die stra­ti­fi­zier­te Analy­se, dass Pati­en­ten mit Uvei­tis, unab­hän­gig von ihrem Geschlecht, ein gestei­ger­tes Risiko hatten, einen AMI zu entwi­ckeln (Männer/Frauen aHR 1,688/1,608; p<0,001). Zudem bestand in der Uvei­tis­grup­pe in allen Alters­grup­pen ein unab­hän­gig vonein­an­der erhöh­tes Risiko für einen AMI gegen­über der Nicht-Uvei­tis­grup­pe (aHR in der Alters­grup­pe: der 20- bis 39-Jähri­gen 1,550; der 40- bis 59-Jähri­gen 1,579; der ≥60-Jähri­gen 3,240; p<0,001).

Darüber hinaus konsta­tier­te die Studi­en­grup­pe, dass die Uvei­tis­grup­pe mit Komor­bi­di­tä­ten, wie bspw. Hyper­to­nus (aHR 4,166), Diabe­tes melli­tus (aHR 3,287) oder Hyper­li­pi­dä­mie (aHR 3,102), eine weit stär­ke­re Wahr­schein­lich­keit für einen AMI aufwies als ohne diese (aHR 1,439 ohne Hyper­to­nus; 1,550 ohne Diabe­tes mellitus;1,581 ohne Hyper­li­pi­dä­mie; p<0,001).

(tt)

Autoren: Lai YF et al.
Korrespondenz: Ching-Long Chen; doc30881@mail.ndmctsgh.edu.tw
Studie: Uveitis as a Risk Factor for Developing Acute Myocardial Infarction in Ankylosing Spondylitis: A National Population-Based Longitudinal Cohort Study
Quelle: Front Immunol 2022; Jan 11;12:811664.
Web: dx.doi.org/10.3389/fimmu.2021.811664

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