Uvei­tis-asso­zi­ier­te vitre­o­re­ti­na­le Erkrankungen

27-Gauge-Vitrektomie zeigt gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

6. Dezember 2021

KŌBE (Bier­mann) – Bei der 27-Gauge-Vitrek­to­mie handelt es sich um eine mini­mal­in­va­si­ve, Trokar-geführ­te Pars-plana-Vitrek­to­mie (ppV) mit sehr klei­nen, selbst­dich­ten­den Schnit­ten. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die ppV bei Pati­en­ten mit Uvei­tis eine geeig­ne­te Thera­pie­op­ti­on darstellt, wenn die medi­ka­men­tö­se Thera­pie versagt, sekun­dä­re vitre­o­re­ti­na­le Kompli­ka­tio­nen auftre­ten oder eine diagnos­ti­sche Glas­kör­per­pro­be erfor­der­lich ist.

Die Verfas­ser der Arbeit schlos­sen 73 Pati­en­ten (73 Augen) mit Uvei­tis-asso­zi­ier­ten okulä­ren Erkran­kun­gen, bei denen im Zeit­raum Okto­ber 2014 bis April 2021 eine primä­re ppV erfolgt war, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te folgen­de Para­me­ter fest (alle Werte präope­ra­tiv und 3 Monate post­ope­ra­tiv): Die mitt­le­re Verän­de­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) in logMAR, den Grad der BCVA-Diffe­renz (verbes­sert ≤ ‑0,3; unver­än­dert ‑0,3 bis 0,3; verschlech­tert ≥0,3), die mitt­le­re Verän­de­rung des intrao­ku­lä­ren Entzün­dungs-Scores sowie intra- und post­ope­ra­ti­ve Komplikationen.

Die Forscher ermit­tel­ten als OP-Indi­ka­ti­on bei 38 Augen (52%) eine Biop­sie, in 12 Fällen (16%) Glas­kör­per­trü­bun­gen, bei 7 Augen (10%) eine epire­ti­na­le Gliose, in 6 Fällen (8%) Infek­ti­ons­er­re­ger, bei 3 Augen (4%) eine Abla­tio, in 3 Fällen (4%) eine Glas­kör­per­blu­tung, bei 2 Augen (3%) Linsen­frag­men­te, in 1 Fall (1%) ein Maku­la­fora­men sowie bei 1 Auge (1%) ein Makulaödem.

Die Reti­no­lo­gen stell­ten fest, dass sich die mitt­le­re BCVA von 0,69 auf 0,42 logMAR verbes­ser­te (p=0,017). Die Prozent­sät­ze der Augen mit verbes­ser­ter, unver­än­der­ter und verschlech­ter­ter BCVA betru­gen 37,50 sowie 13%.

Der mitt­le­re Zell-Score in der Vorder­kam­mer verbes­ser­te sich von 0,6 auf 0,2 (p=0,001), der mitt­le­re Tynd­all-Score von 0,4 auf 0,1 (p=0,004) und der Glas­kör­per­trü­bungs-Score von 1,9 auf 0,1 (p<0,001). OP-beding­te Kompli­ka­tio­nen traten bei 35 Augen (48%) auf, davon bei 6 Augen (8%) intra­ope­ra­tiv sowie bei 29 Augen(40%) post­ope­ra­tiv. In 68% der Fälle betra­fen sie den Augen­in­nen­druck und waren meis­tens nur transient.

(tt)

Autoren: Kim KW et al.
Korrespondenz: Sentaro Kusuhara; kusu@med.kobe-u.ac.jp
Studie: Outcomes of Primary 27-Gauge Vitrectomy for 73 Consecutive Cases With Uveitis-Associated Vitreoretinal Disorders
Quelle: Front Med (Lausanne) 2021; Oct 27;8:755816.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.755816

 

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