Ultra­schall-Glau­kom-Behand­lung

Mögliche Alternative zu zyklodestruktiven Eingriffen

27. April 2021

ÉVORA (Bier­mann) – Bei einem schwe­ren Glau­kom senkt die zirku­lä­re Zyklo­ko­agu­la­ti­on mit Ultra­schall (UCP) bei Pati­en­ten mit unkon­trol­lier­tem Glau­kom wirk­sam den Augen­in­nen­druck, so das Ergeb­nis einer prospek­ti­ven Längs­schnitt­stu­die aus Portu­gal. Laut Studi­en­au­toren schei­ne die Anwen­dung und Wieder­ho­lung eine mittel- und lang­fris­tig akzep­ta­ble Alter­na­ti­ve zu einem zyklo­de­struk­ti­ven Eingriff zu sein. Die lang­fris­ti­ge Wirk­sam­keit und Sicher­heit der Metho­de mache jedoch noch weite­re Unter­su­chun­gen erforderlich.

Für die Studie wurde das EyeOP1-Gerät verwen­det und der Eingriff mit einer Dauer von 8 Sekun­den an 6 oder 8 Sekto­ren entspre­chend dem anfäng­li­chen Augen­in­nen­druck (IOD) durch­ge­führt. Eine voll­stän­di­ge ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung wurde prä- und post­ope­ra­tiv am 1. Tag, nach 1 Woche sowie nach 1, 3, 6, 9 und 12 Mona­ten durch­ge­führt. Die UCP wurde über den 3. Monat hinaus wieder­holt, wenn der Augen­in­nen­druck >21 mmHg betrug.

Primä­re Endpunk­te waren die voll­stän­di­ge chir­ur­gi­sche Erfolgs­ra­te nach 12 Mona­ten (Anteil der Augen, die eine IOD-Reduk­ti­on von ≥20% oder eine Reduk­ti­on der Anzahl der Antig­lau­kom-Medi­ka­men­te und einen IOD ≥5 mmHg ohne Auftre­ten schwer­wie­gen­der Kompli­ka­tio­nen errei­chen) und die quali­fi­zier­te chir­ur­gi­sche Erfolgs­ra­te nach 12 Mona­ten (Anteil der Augen, die eine IOD-Reduk­ti­on ≥20% oder eine Reduk­ti­on der Anzahl der Antig­lau­kom-Medi­ka­men­te und einen IOD ≥5 mmHg errei­chen). Sekun­dä­re Endpunk­te waren die mitt­le­re IOD-Reduk­ti­on, die mitt­le­re Anzahl der Arznei­mit­tel­re­duk­tio­nen, die Ausfall­ra­ten, die Anzahl der wieder­hol­ten Eingrif­fe, die mitt­le­re Zeit bis zum Versa­gen und das Auftre­ten von Komplikationen.

14 Augen von 13 Pati­en­ten (11 Männer) mit fort­ge­schrit­te­nem Glau­kom (Klas­si­fi­ka­ti­on nach Hoddap) wurden einge­schlos­sen. 6 Augen waren chir­ur­gisch naiv. Das Durch­schnitts­al­ter betrug 68,29 ±10,66 Jahre. 4 Augen wurden in 8 Sekto­ren behan­delt (28,5%). Die Pati­en­ten wurden nach dem ersten UCP-Verfah­ren 12 Monate lang beobachtet.

Der chir­ur­gi­sche Gesamt­erfolg wurde in 92,9% der Fälle nach 6 Mona­ten und in 100% der Fälle nach 12 Mona­ten erzielt. Der mitt­le­re Augen­in­nen­druck verrin­ger­te sich signi­fi­kant von 28,50 ±7,61 mmHg auf 13,79 ±6,97 nach 1 Monat, 17,36 ±8,58 nach 3 Mona­ten, 17,79 ±6,29 nach 6 Mona­ten, 16,3 ±4,6 nach 9 Mona­ten und auf 15,23 ±5,09 nach 12 Mona­ten (p<0,01).

Die mitt­le­re Anzahl von Arznei­mit­teln verrin­ger­te sich nach 3 Mona­ten von 3,71 ±0,61 auf 2,43 ±1,51, nach 6 Mona­ten auf 2,86 ±1,1, nach 9 Mona­ten auf 2,64 ±0,93 und nach 12 Mona­ten auf 2,92 ±0,86 (p<0,05). Zu den wich­tigs­ten rever­si­blen Kompli­ka­tio­nen gehör­ten die Ablö­sung der Ader­haut bei 2 (14,29%) und ein Horn­haut­ödem bei 1 Auge (7,14%) ohne dauer­haf­te Verrin­ge­rung der Sehschärfe.

Klei­ne­re rever­si­ble Kompli­ka­tio­nen waren eine Vorder­kam­mer­re­ak­ti­on (92,25%), eine Binde­haut­hy­per­ämie (71,43%) und eine ober­fläch­li­che Kera­ti­tis (57,4%). 4 Augen (28,57%) hatten eine Indi­ka­ti­on zur Wieder­ho­lung der UCP mit einer mitt­le­ren Zeit bis zum Versa­gen von 8,1 ±3,95 Monaten.

(isch)

Autor: Morais Sarmento T et al.
Korrespondenz: Tiago M. Sarmento; tiagomsarmento@edu.ulisboa.pt
Studie: Ultrasonic circular cyclocoagulation prospective safety and effectiveness study
Quelle: Int Ophthalmol 2021 Apr 21.
Web: https://doi.org/10.1007/s10792-021-01867-1

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