Tubu­loin­ter­s­ti­ti­el­les-Nephri­tis-mit-Uvei­tis-Syndrom

SUN Working Group ermittelt wichtigste Klassifikationskriterien

1. Juli 2021

BALTIMORE (Bier­mann)  Als wich­tigs­te Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en für das TINU-Syndrom hat die SUN Working Group in einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung eine Inflamma­ti­on in der Vorder­kam­mer und den Nach­weis einer tubu­loin­ter­s­ti­ti­el­len Nephri­tis mit entwe­der einer posi­ti­ven Nieren­bi­op­sie oder einem erhöh­ten Serum­krea­tin­in­spie­gel und/oder einer patho­lo­gi­schen Urin­ana­ly­se sowie einem erhöh­ten ß‑2-Mikro­glo­bu­lin im Urin ermittelt.

Bei der Arbeits­grup­pe „Stan­dar­di­z­a­ti­on of Uvei­tis Nome­n­cla­tu­re“ (SUN) handelt es sich um eine inter­na­tio­na­le Koope­ra­ti­on von Uvei­tis-Exper­ten, die mithil­fe des maschi­nel­len Lernens Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en für die häufigs­ten Uvei­tis­for­men entwi­ckelt haben, mit denen sich die verschie­de­nen Uvei­tis­for­men unter­schei­den lassen.

Die Wissen­schaft­ler sammel­ten Fälle von ante­rio­ren Uveiti­den (AU) mithil­fe eines stan­dar­di­sier­ten Algo­rith­mus in einer vorläu­fi­gen Daten­bank. Nach­fol­gend erstell­ten sie unter Verwen­dung forma­ler Konsens­tech­ni­ken eine endgül­ti­ge Daten­bank, in der Fälle, in denen die über­wie­gen­de Zustim­mung über die Diagno­se erzielt wurde, aufge­nom­men wurden. Die Forscher teil­ten die Fälle in einen Trai­nings- und einen Vali­die­rungs­satz auf. Sie verwen­de­ten das maschi­nel­le Lernen mithil­fe multi­no­mia­ler logis­ti­scher Regres­si­on für den Trai­nings­satz, um eine gerin­ge Anzahl an Krite­ri­en zu bestim­men, die die Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te unter den AU verrin­ger­te. Die daraus resul­tie­ren­den Krite­ri­en wurden im Vali­die­rungs­satz geprüft.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te 1083 Fälle mit AU, einschließ­lich 94 Fälle mit dem tubu­loin­ter­s­ti­ti­el­len-Nephri­tis-mit-Uvei­tis (TINU)-Syndrom.

Die Gesamt­ge­nau­ig­keit für die AU betrug 97,5% im Trai­nings­satz sowie 96,7% im Vali­die­rungs­satz (95%-KI 92,4–98,6).

Die Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te für das TINU-Syndrom betrug im Trai­nings­satz 1,2% und im Vali­die­rungs­satz 0,0%.

Die Autoren resü­mie­ren, dass mithil­fe der neuen Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en geeig­ne­te krank­heits­spe­zi­fi­sche Ansät­ze mit gerin­ger Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te für die Diagno­se der jewei­li­gen AU gelie­fert werden können, um eine siche­re Grund­la­ge für die zukünf­ti­ge klini­sche und trans­la­tio­na­le Forschung zu schaffen.

(tt)

Autoren: Standardization of Uveitis Nomenclature (SUN) Working Group
Korrespondenz: Douglas A. Jabs; djabs@jhmi.edu
Studie: Classification Criteria for Tubulointerstitial Nephritis With Uveitis Syndrome
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; May 11;228:255-261.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.041

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