Tuber­ku­lo­se-beding­te Uvei­tis im Langzeitverlauf

Günstige und ungünstige Faktoren für funktionelle Erfolge ermittelt

27. April 2022

TAICHUNG (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len 10-Jahres-Über­sichts­ar­beit aus Taiwan gezeigt haben, weisen Pati­en­ten mit tuber­ku­lö­ser Uvei­tis (TBU) besse­re funk­tio­nel­le Erfol­ge auf, wenn sie eine schlech­te best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) vor Thera­pie­be­ginn haben, mit Pyra­zin­amid behan­delt werden oder eine Vitrek­to­mie bei reti­na­ler Betei­li­gung erfolgt. Die Thera­pie mit Etham­bu­tol wirkt sich laut den Forschen­den eher ungüns­tig auf die Ergeb­nis­se aus.

Im Rahmen ihrer multi­zen­tri­schen, retro­spek­ti­ven Studie über­prüf­ten die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum 1. Januar 2008 bis 31. Dezem­ber 2017 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 51 Pati­en­ten (79 Augen; mitt­le­res Alter 48,9±16,4 Jahr) mit TBU. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te klini­sche Mani­fes­ta­tio­nen, diagnos­ti­sche Tests sowie Thera­pie­mo­da­li­tä­ten. Zusätz­lich analy­sier­te die Gruppe mithil­fe multi­pler Regres­si­ons­mo­del­le, welche Fakto­ren Einfluss auf die Verbes­se­rung der BCVA nahmen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der am besten geeig­ne­te Test für die TBU-Diagno­se der Inter­fe­ron-Gamma-Frei­set­zungs­test (IGRA) mit einer Empfind­lich­keit von 84,81% war.

Die klini­schen Mani­fes­ta­tio­nen der TBU umfass­ten reti­na­le Vasku­lit­i­den (60,76%), Choro­idit­i­den (35,44%), serpi­gi­nö­se Choro­idit­i­den (21,52%), Glas­kör­per­blu­tun­gen (17,72%), poste­rio­re Synechi­en (12,66%), Trak­ti­ons­a­mo­tio­nes (6,33%) sowie choro­ida­le Granu­lo­me (3,80%). In 55% der Fälle traten die Befun­de bila­te­ral auf.

Die Exper­ten stell­ten folgen­de Behand­lungs­mo­da­li­tä­ten fest: Rifam­pi­cin (70,89%), Isonia­zid (68,35%), Pyra­zin­amid (56,96%), Etham­bu­tol (50,63%), orale Corti­cos­te­ro­ide (43,04%), Triamci­no­lon-Injek­tio­nen (19,83%), nicht­ste­ro­ida­le Anti­ph­lo­gis­ti­ka (16,46%), Vitrek­to­mien (10,53%) sowie Immun­sup­pres­si­va (4,11%).

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten, dass sich die mitt­le­re BCVA von 0,57±0,61(dezimal 0,25) vor der Thera­pie auf 0,35±0,58 logMAR (dezi­mal 0,5) bei der fina­len Kontrol­le verbes­ser­te (p<0,0005). Bei 53,2% der Augen kam es zu einer Verbes­se­rung, bei 32,9% zu einer Stabi­li­sie­rung und bei 13,9% zu einer Verschlech­te­rung der BCVA. Bei 7 Augen (8,86%) trat ein Rezi­div auf.

(tt)

Autoren: Lin CJ et al.
Korrespondenz: Chun-Ju Lin; doctoraga@gmail.com
Studie: Clinical Manifestations and Outcomes of Tubercular Uveitis in Taiwan-A Ten-Year Multicenter Retrospective Study
Quelle: Medicina (Kaunas) 2022; Mar 3;58(3):376.
Web: dx.doi.org/10.3390/medicina58030376

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