Trocke­nes Auge und Zwangsstörungen

Assoziation besteht über inflammatorische Genese

6. Juli 2021

ANKARA (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie aus der Türkei hat gezeigt, dass ein Zusam­men­hang zwischen Pati­en­ten mit der Erkran­kung des trocke­nen Auges (DED) und Pati­en­ten mit neu diagnos­ti­zier­ter, unbe­han­del­ter Zwangs­stö­rung (obses­si­ve-compul­si­ve disor­der; OCD) besteht. Die Autoren vermu­ten, dass sowohl die Inflamma­ti­on der Augen­ober­flä­che als auch die Neuro­in­flamma­ti­on bei Zwangs­stö­run­gen, die beide patho­ge­ne­tisch bedeut­sam sind, für diese Asso­zia­ti­on verant­wort­lich sein könnte.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 30 thera­pi­e­nai­ve Pati­en­ten mit OCD und 30 gesun­de Kontroll­per­so­nen in die prospek­ti­ve Studie auf. Die Arbeits­grup­pe erhob eine gründ­li­che DED-Anamne­se mithil­fe des Ocular Surface Dise­a­se Index (OSDI)-Fragebogens und führte eine gründ­li­che ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung durch, einschließ­lich der Tränen­film­auf­riss­zeit (TBUT), des Schir­mer-I-Tests sowie der Anfär­bung von Horn­haut und Binde­haut mit Farb­stof­fen (Oxford-Grad-Eintei­lung). Zusätz­lich ermit­tel­ten die Exper­ten die Werte des Neutro­phi­len-zu-Leuko­zy­ten-Verhält­nis­ses, welches als ein Entzün­dungs­mar­ker bei chro­ni­scher syste­mi­scher Inflamma­ti­on ange­se­hen wird.

Die Forscher stell­ten bei den Pati­en­ten mit OCD im Vergleich zur Kontroll­grup­pe signi­fi­kant höhere Werte im OSDI-Frage­bo­gen fest (34,8 vs. 20,8; p=0,001). Ebenso zeig­ten die OCD-Pati­en­ten im Vergleich zu den gesun­den Proban­den einen höhe­ren Oxford-Anfär­be­grad der Kornea (0,9 vs. 0,6; p=0,02) sowie der Konjunk­ti­va (0,8 vs. 0,5; p=0,04). Darüber hinaus erga­ben sich gerin­ge­re Werte in der OCD-Gruppe im Vergleich zur Kontroll­grup­pe bei dem Schir­mer-I-Test (15,7 vs. 18,8s; p=0,043) sowie bei der TBUT (9,1 vs. 12,9s; p=0,001). Die Inflamma­ti­ons-Hypo­the­se konn­ten die Autoren mit den mitt­le­ren Werten des Verhält­nis­ses von Neutro­phi­len-zu-Leuko­zy­ten bekräf­ti­gen, denn bei den Pati­en­ten mit OCD fanden sich signi­fi­kant höhere Werte im Vergleich zu den Kontroll­per­so­nen (2,4 ± 0,9 vs. 1,6 ± 0,4; p=0,001).

(tt)

Autoren: Eroglu FC et al.
Korrespondenz: Fatma Corak Eroglu; dr_fatoscorak@hotmail.com
Studie: Association Between Dry Eye Disease and Newly Diagnosed Obsessive-Compulsive Disorder
Quelle: Cornea 2021; Jul 1;40(7):817-821.
Web: dx.doi.org/10.1097/ICO.0000000000002724

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