Trocke­nes Auge

Diagnose mittels Messung der Tränenosmolarität?

1. Mai 2020

OSLO (Bier­mann) – Welt­weit ist die Präva­lenz der Augen­tro­cken­heit hoch. Sie stellt eine große Belas­tung für das tägli­che Leben der Pati­en­ten dar. Eine exakte Diagno­se ist bedeut­sam und erfor­dert den Einsatz verschie­de­ner Metho­den. Es wird ange­nom­men, dass Hyper­os­mo­la­ri­tät der Krank­heits­mar­ker ist, weshalb deren Messung nütz­li­che Infor­ma­tio­nen liefert. Wie nun das Fazit einer im „Scien­ti­fic Reports“ veröf­fent­lich­ten Studie nahe­legt, könne die Tränen­os­mo­la­ri­tät, gemes­sen mit dem Tear­Lab-Osmo­me­ter, nicht als Schlüs­sel­in­di­ka­tor für eine Augen­tro­cken­heit verwen­det werden.

In der retro­spek­ti­ven Studie unter­such­te ein Team von Wissen­schaft­lern aus Norwe­gen, Schwe­den und USA den Nutzen der mit dem Tear­Lab-Osmo­me­ter gemes­se­nen Osmo­la­ri­tät der Tränen­flüs­sig­keit nebst ande­ren diagnos­ti­schen Tests (Frage­bo­gen [Ocular Surface Dise­a­se Index], Tränen­film-Aufriss­zeit, Augen­schutz­in­dex, Augen­ober­flä­chen­fär­bung, Schir­mer-I-Test, Meibom-Drüsen­funk­ti­on) bei 757 Pati­en­ten (1514 Augen) mit trocke­nem Auge und 29 gesun­den Kontroll­per­so­nen (58 Augen). Die Fähig­keit der Tränen­os­mo­la­ri­täts­mes­sung zur Vorher­sa­ge der patho­lo­gi­schen Ergeb­nis­se ande­rer klini­scher Tests für Augen­tro­cken­heit wurde unter Verwen­dung der Receiver-Operating-Characteristics(ROC)-Kurvenanalyse bewertet.

Mit Ausnah­me der Tränen­os­mo­la­ri­tät wurden für alle Tests statis­ti­sche Unter­schie­de zwischen der Pati­en­ten­grup­pe und der Kontroll­grup­pe beob­ach­tet, unab­hän­gig vom Cut-off-Wert (>308 mOsm/L, >316 mOsm/L und Diffe­renz zwischen den Augen >8 mOsm/L). Darüber hinaus konnte in den ROC-Kurven­ana­ly­sen die Messung der Tränen­os­mo­la­ri­tät keine patho­lo­gi­schen Scores des trocke­nen Auges unterscheiden.

Eine mögli­che Limi­ta­ti­on der Studie sehen die Autoren in deren retro­spek­ti­vem Design. Die Pati­en­ten wurden nicht auf Kontakt­lin­sen oder Drogen­kon­sum kontrol­liert, was die Osmo­la­ri­tät beein­flusst haben könnte. Darüber hinaus wurden die Tränen­os­mo­la­ri­täts­ni­veaus nicht wieder­holt gemes­sen, so dass es nicht möglich war, die Zuver­läs­sig­keit oder Wieder­hol­bar­keit des Tests festzustellen.

(isch)

Autoren: Tashbayev B et al.
Korrespondenz: Bezhod Tashbayev; behzodt@odont.uio.no
Studie: Utility of Tear Osmolarity Measurement in Diagnosis of Dry Eye Disease
Quelle: Sci Rep 2020;10(1):5542.
Web: https://doi.org/10.1038/s41598-020-62583-x

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