Trocke­nes Auge im Mausmodell

Expression von Mucinen nach topischer Verabreichung verschiedener Substanzen

20. Februar 2019

SEOUL (Bier­mann) – Um die muci­no­ge­ne Wirkung von derzeit verwen­de­ten Medi­ka­men­ten beim trocke­nen Auge (DE) zu bestim­men, verglich ein korea­ni­sches Forscher­team die Mucin­pro­duk­ti­on und die Expres­si­on von inflamma­to­ri­schem Zyto­kin auf den Augen­ober­flä­chen in einem DE-indu­zier­ten Mäuse­mo­dell.
Die C57BL/6‑Mäuse wurden in sechs Grup­pen aufge­teilt: eine Kontroll­grup­pe, DE-indu­zier­te Mäuse mit dem Vehi­kel (destil­lier­tes Wasser) und Mäuse die mit Cyclo­s­po­rin A, Reba­mi­pid, Diqua­fo­sol-Tetra­natri­um oder Predn­iso­lon behan­delt wurden. Die mRNA-Expres­si­on der verschie­de­nen Mucine MUC 1, 4, 16, 5AC und proin­flamma­to­ri­schen Zyto­ki­ne auf den Horn­hau­t­epi­the­li­en wurde in Echt­zeit mittels quan­ti­ta­ti­ver Poly­me­ra­se-Ketten­re­ak­ti­on bestimmt. Die Expres­si­on jedes MUC wurde unter Verwen­dung von Durch­fluss­zy­to­me­trie und Immun­hi­s­to­fär­bung bewer­tet. Die Analy­se der konjunk­ti­va­len Becher­zel­len erfolg­te durch peri­odi­sche Säure-Schiff-Färbung (PAS). DE wurde in Mäusen indu­ziert, indem sie in eine Kammer mit kontrol­lier­ter Umge­bung (CEC) mit einer rela­ti­ven Luft­feuch­tig­keit unter 13% gebracht wurden. Um eine maxi­ma­le Trocken­heit der Augen­ober­flä­che zu errei­chen, wurde den Mäusen in der CEC drei­mal pro Tag für die Dauer des Expe­ri­ments 0,15 ml Scopol­a­min­hy­dro­bro­mid subku­tan injiziert.

Die Auswer­tung ergab, dass desik­kie­ren­der Stress signi­fi­kant sowohl den mRNA- als auch den Prote­in­spie­gel aller Mucine in der Horn­haut verrin­ger­te. Cyclo­s­po­rin A erhöh­te haupt­säch­lich MUC5AC mit einem Anstieg der PAS-posi­ti­ven Zellen, während Diqua­fo­sol vor allem die mit Membra­nen asso­zi­ier­ten Mucine erhöh­te. Unter Reba­mi­pid wurde die Expres­si­on von MUC5AC nur gering­fü­gig gestei­gert und Predn­iso­lon erhöh­te nur MUC4. MUC16 zeigte in keiner Gruppe eine signi­fi­kan­te Verän­de­rung. Im Gegen­satz dazu waren die mRNA-Konzen­tra­tio­nen von Inter­leu­kin-1β, Interleukin‑6, Tumornekrosefaktor‑α und Interferon‑γ in den Horn­häu­ten der DE-Kontroll­mäu­se erhöht und wurden durch alle getes­te­ten Behand­lun­gen verringert.

Die Forscher weißen darauf hin, dass die Ergeb­nis­se aus dem zeit­lich begrenz­ten Maus-Modell nur bedingt auf den Menschen mit einer chro­ni­schen DE-Patho­phy­sio­lo­gie über­trag­bar sind. Weite­re Studi­en seien erfor­der­lich, um die Ände­run­gen der Mucin-Expres­si­on unter einer entspre­chen­den Behand­lung beim Menschen zu verste­hen.
(isch)

Autoren: Moon I, Kang HG, Yeo A et al.
Korrespondenz: Dr. Yong Woo Ji, Department of Ophthalmology, National Health Insurance Service Ilsan Hospital, ASI | KR | KS009 | Goyang, South Korea. lusita30@gmail.com
Studie: Comparison of Ocular Surface Mucin Expression After Topical Ophthalmic Drug Administration in Dry Eye-Induced Mouse Model
Quelle: J Ocul Pharmacol Ther. 2018 Nov;34(9):612-620. doi: 10.1089/jop.2018.0005. Epub 2018 Oct 16.
Web: https://doi.org/10.1089/jop.2018.0005

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