Trocke­nes Auge

Im Falle einer Kataraktchirurgie angemessen reagieren

18. Juni 2020

LONDON (Bier­mann) — Das Trocke­ne Auge ist häufig und kann durch Kata­rakt-Opera­tio­nen verschlim­mert werden. Deshalb müss­ten Augen­ärz­te vor einer solchen Opera­ti­on prüfen, ob bereits ein Trocke­nes Auge vorliegt, und gege­be­nen­falls eine entspre­chen­de Behand­lung einlei­ten. Das berich­ten die Autoren eines Reviews zu diesem Thema.

Opera­teu­re müss­ten sich, so die Autoren weiter, auch der vermin­der­ten Genau­ig­keit von Messun­gen für die chir­ur­gi­sche Planung in Gegen­wart eines Trocke­nen Auges bewusst sein und intra­ope­ra­ti­ve chir­ur­gi­sche Fakto­ren, die zu Schä­di­gun­gen der Augen­ober­flä­chen führen können, auf ein Mini­mum begren­zen. Zudem sei es nötig, sich über Maßnah­men Gedan­ken zu machen, mit denen sich post­ope­ra­tiv das Ausmaß eines Trocke­nen Auges zu reduzieren.

Die Wissen­schaft­ler hatten verschie­de­ne Lite­ra­tur­da­ten­ban­ken durch­sucht und dabei die Schlag­wor­te „cata­ract surge­ry“, „phako­emul­si­fi­ka­ti­on“ und „cata­ract extrac­tion“ in Kombi­na­ti­on mit „dry eyes“ und „ocular surface“ verwen­det. Als rele­vant wurden 145 Publi­ka­tio­nen iden­ti­fi­ziert. Dabei handel­te es sich um 33 Review-Arti­kel, 4 syste­ma­ti­sche Reviews, 4 Meta­ana­ly­sen, 27 rando­mi­siert-kontrol­lier­te Studi­en, 33 Kohor­ten­stu­di­en (30 prospek­tiv, 3 retro­spek­tiv), eine retro­spek­ti­ve Fall-Kontroll-Studie, 7 Quer­schnitt­stu­di­en, 13 labor­ba­sier­te Unter­su­chun­gen, 23 Fall­se­ri­en (16 prospek­tiv, 7 retro­spek­tiv) sowie einen Bericht einen natio­na­len solche iden­ti­fi­ziert, die sich direkt mit dem Problem des Trocke­nen Auges im Zusam­men­hang mit der Kata­rakt­chir­ur­gie beschäf­tig­ten. Diese umfass­ten 1 Meta­ana­ly­se, 2 Reviews, 24 rando­mi­siert-kontrol­lier­te Studi­en, 12 prospek­ti­ve Kohor­ten­stu­di­en, 7 prospek­ti­ve Fall-Kontroll-Studi­en (davon 2 labor­ba­sier­te Unter­su­chun­gen), 1 retro­spek­ti­ve Fall-Kontroll-Studie und 10 Fall­se­ri­en (4 prospek­tiv, 6 retrospektiv).

In ihrem aktu­el­len Review gehen die Autoren auf das prä‑, intra- und post­ope­ra­ti­ve Manage­ment des Trocke­nen Auges ein. In Bezug auf letz­te­res nennen sie eine Opti­mie­rung von Stan­dard-Behand­lungs­re­gimes, befeuch­ten­de Augen­trop­fen, topi­sche  Ciclo­s­po­rin-Augen­trop­fen sowie Muzin­se­kret­ago­ga und unter ande­ren mögli­chen Inter­ven­tio­nen anti-inflamma­to­ri­sche Wirk­stof­fe (Lifi­tegrast), eine Omega-3-Supple­men­tie­rung, Lactof­er­rin, Lidrand-Pflege mit Teebaum­öl und Verbandlinsen.

(ac)

Autoren: Naderi K et al.
Korrespondenz: David O’Brart; david.obrart@gstt.nhs.uk
Studie: Cataract Surgery and Dry Eye Disease: A Review
Quelle: Eur J Ophthalmol 2020 Jun 9;1120672120929958.
Web: dx.doi.org/10.1177/1120672120929958

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