Trocke­nes Auge bei Autoimmunerkrankungen

Rheumafaktor als prädiktiven Biomarker identifiziert

25. Mai 2022

SHENYANG (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Studie zufol­ge ist der Spie­gel des Rheu­ma­fak­tors (RF) im Serum bei Pati­en­ten mit Auto­im­mun­erkran­kun­gen und dem Syndrom des trocke­nen Auges (DED) deut­lich erhöht und kann als ein unab­hän­gi­ger Prädik­tor für das DED ange­se­hen werden.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum 1. Januar 2019 bis 31. Dezem­ber 2020 insge­samt 117 in Bezug auf Alter und Geschlecht sich entspre­chen­de Pati­en­ten mit Auto­im­mun­erkran­kun­gen (rheu­ma­to­ide Arthri­tis [n=72], syste­mi­scher Lupus erythe­ma­to­des [n=19], primä­res Sjögren-Syndrom [n=26]) in ihre retro­spek­ti­ve Fall-Kontroll-Studie ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Ergeb­nis­se des Schir­mer-I-Tests (STT‑I), der Tränen­film­auf­riss­zeit (TBUT) sowie der Horn­haut-Fluo­res­ze­in-Färbung. Zusätz­lich unter­such­te die Gruppe bioche­mi­sche und immu­no­lo­gi­sche Labor­wer­te, insbe­son­de­re den RF-Serumspiegel.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 59 der 117 Pati­en­ten ein DED zeig­ten (SST‑I <5 mm; TBUT <5 sec; posi­ti­ve Horn­haut-Anfär­bung). Dieses Pati­en­ten­kol­lek­tiv wies im Vergleich zu demje­ni­gen ohne DED (n=58) signi­fi­kant höhere Werte des RF auf (156,83 ±304,59 vs. 29,75 ±29,28 IE/ml; p<0,001). Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten mithil­fe der Korre­la­ti­ons­ana­ly­se nach Pear­son fest, dass der Wert des RF nega­tiv mit den Ergeb­nis­sen des Schir­mer-I-Tests (P=0,004) sowie des inva­si­ven TBUT-Tests (P=0,002) korre­lier­te. Des Weite­ren konsta­tier­ten die Forschen­den, dass der statis­tisch signi­fi­kan­te Cut-off-Wert des RF-Spie­gels zur Vorher­sa­ge des DED bei 21,4 IE/ml lag. Die Fläche unter der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve für den RF-Wert zum Nach­weis eines DED betrug 0,73 (95%-KI 0,639–0,821; p<0,001; Sensi­ti­vi­tät 78%; Spezi­fi­tät 58,6%).

Die Autoren resü­mie­ren, dass die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit zwischen Rheu­ma­to­lo­gen und Ophthal­mo­lo­gen essen­zi­ell ist, um mithil­fe einer frühen Diagno­se des DED die Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten mit Auto­im­mun­erkran­kun­gen zu verbes­sern und schwer­wie­gen­de Folge­er­kran­kun­gen zu vermei­den. Es sind jedoch zukünf­ti­ge Längs­schnitt­stu­di­en erfor­der­lich, um die Korre­la­ti­on zwischen dem RF-Spie­gel und dem DED zu validieren.

(tt)

Autoren: Zhao S et al.
Korrespondenz: Lei Liu; liuleijiao@163.com
Studie: Elevated Rheumatoid Factor Associates with Dry Eye in Patients with Common Autoimmune Diseases
Quelle: J Inflamm Res 2022; May 3;15:2789-2794.
Web: dx.doi.org/10.2147/JIR.S365326

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