Trocke­ne versus feuch­te AMD

Studie präsentiert elektrophysiologische Unterschiede

1. September 2022

POSEN (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass Pati­en­ten mit behan­del­ter feuch­ter AMD (wAMD) gegen­über solchen mit trocke­ner AMD (dAMD) schlech­te­re Ergeb­nis­se bei elek­tro­phy­sio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen des Sehner­vens und der reti­na­len Gangli­en­zel­len aufwei­sen, wohin­ge­gen sich die anato­mi­schen Para­me­ter nicht unter­schei­den. Die Autoren der Arbeit mutma­ßen, dass elek­tro­phy­sio­lo­gi­sche Tests zur Früh­dia­gnos­tik bei wAMD – vor subjek­ti­ven Sympto­men und morpho­lo­gi­schen Befun­den – bzw. zur Verlaufs­kon­trol­le zum Einsatz kommen könnten.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 52 Pati­en­ten (104 Augen) mit unila­te­ra­ler und mittels Anti-VEGF-Injek­tio­nen behan­del­ter wAMD (Studi­en­grup­pe) ein. Die Part­ner­au­gen wiesen eine nicht fort­ge­schrit­te­ne dAMD auf und stell­ten die Kontroll­grup­pe dar. Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re morpho­lo­gi­sche Endpunk­te die Unter­schie­de der mithil­fe der OCT gemes­se­nen peri­pa­pil­lä­ren reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht­di­cke (pRNFLT) sowie maku­lä­ren Gangli­en­zell­schicht­di­cke (mGCLT) beider Grup­pen fest. Die funk­tio­nel­len Endpunk­te umfass­ten die Unter­schie­de der Latenz­zeit und Ampli­tu­de der P100-Welle im Muster-VEP ([PVEP]; visu­ell evozier­te Poten­zia­le; Erre­gungs­wei­ter­lei­tung des Sehner­vens) sowie der P50-N95-Welle im Muster-ERG ([PERG]; Elek­tro­re­ti­no­gramm; Funk­ti­on der reti­na­len Gangli­en­zel­len der Makula).

Die Forscher ermit­tel­ten keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied der komplet­ten pRNFLT beider Grup­pen (p=0,461). Die Anzahl an Anti-VEGF-Injek­tio­nen beein­fluss­te nur die pRNFLT im nasa­len Quadran­ten (p=0,023). Ebenso stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die mGCLT beider Grup­pen nicht signi­fi­kant unter­schied (p=0,092).

Demge­gen­über wies die Studi­en­grup­pe eine signi­fi­kant verlän­ger­te Latenz­zeit der P100-Welle im PVEP (p=0,014) sowie eine signi­fi­kant verrin­ger­te Ampli­tu­de der P50-N95-Welle im PERG (p=0,005) im Vergleich zur Kontroll­grup­pe auf. Auch hier wirkte sich die Anzahl an Anti-VEGF-Injek­tio­nen nicht signi­fi­kant auf die elek­tro­phy­sio­lo­gi­schen Ergeb­nis­se aus.

(tt)

Autoren: Wichrowska M et al.
Korrespondenz: Malgorzata Wichrowska; malgorzata.wichrowska@skpp.edu.pl
Studie: Morphological and Functional Assessment of the Optic Nerve Head and Retinal Ganglion Cells in Dry vs Chronically Treated Wet Age-Related Macular Degeneration
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jul 28;16:2373-2384.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S372626

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