Trocke­ne Makuladegeneration

Drusenreflexionsvermögen als Biomarker für Progression

23. November 2021

GUANGZHOU (Bier­mann) Die Verfas­ser einer aktu­el­len Studie haben gezeigt, dass die Progno­se bei Pati­en­ten mit inter­me­diä­rer nicht­ex­su­da­ti­ver AMD sehr stark mit der Drusen­re­flek­ti­vi­tät und der Zerstö­rung des darüber liegen­den reti­na­len Pigmen­t­epi­thels (RPE) korre­liert. Drusen mit nied­ri­ger Reflek­ti­vi­tät und darüber liegen­den Schä­den des RPE sollen laut den Forschen­den eher einen progre­dien­ten Verlauf aufweisen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 35 Pati­en­ten mit inter­me­diä­ren Drusen (380 Drusen in 45 Augen) in die Studie ein. Die Arbeits­grup­pe kontrol­lier­te die Drusen­mor­pho­lo­gie alle 6 Monate mithil­fe der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT) über einen Zeit­raum von 24 Mona­ten. Die Drusen wurden nach folgen­den Para­me­tern in die dyna­mi­sche und die stabi­le Gruppe einge­teilt: Anzahl, Volu­men, gleich­zei­ti­ge Schä­di­gung des RPE/der Ellip­so­iden Zone (EZ) und Entwick­lung einer fort­ge­schrit­te­nen AMD. Zusätz­lich analy­sier­te die Gruppe die morpho­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten der progres­si­ven oder stabi­len Drusen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass am Ende der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von durch­schnitt­lich 15,92±6,99 Mona­ten 6 Pati­en­ten eine choro­ida­le Neovasku­la­ri­sa­ti­on entwi­ckel­ten, jedoch bei keinem Pati­en­ten eine geogra­fi­sche Atro­phie vorlag.

Insge­samt sahen die Reti­no­lo­gen bei 139 Drusen Verän­de­run­gen, wohin­ge­gen 241 Drusen stabil blieben.

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass Drusen mit gerin­ger Reflek­ti­vi­tät (p<0,001; OR 5,26; 95%-KI 2,24–12,36), Inho­mo­ge­ni­tät ohne Kern (p<0,001; OR 4,31; 95%-KI 2,08–8,92), RPE-Schä­di­gung (p<0,001; OR 28,12; 95%-KI 9,43–83,85) sowie einem Scha­den der EZ (p<0,001; OR 14,01:95%-KI 5,28–37,18) signi­fi­kant mit akti­ver Verän­de­rung asso­zi­iert waren.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen als unab­hän­gi­ge Prädik­to­ren für eine Progres­si­on Drusen mit gerin­ger Reflek­ti­vi­tät (p=0,01; OR 2,95; 95%-KI 1,29–6,75) sowie eine verrin­ger­te darüber­lie­gen­de RPE-Reflek­ti­vi­tät (p<0,001; OR 21,67; 95%-KI 9,20–51,02). Demge­gen­über waren Drusen mit hoher Reflek­ti­vi­tät signi­fi­kant mit einer Stabi­li­sie­rung asso­zi­iert (p=0,03; OR 0,17; 95%-KI 0,04–0,84).  

(tt)

Autoren: Yang S et al.
Korrespondenz: Xing Liu; liuxing@mail.sysn.edu.cn
Studie: Low-Reflectivity Drusen With Overlying RPE Damage Revealed by Spectral-Domain OCT: Hint for the Development of Age-Related Macular Degeneration
Quelle: Front Med (Lausanne) 2021 Oct; 26;8:706502.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.706502

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