Trocke­ne Makuladegeneration

Der Behandlungsbedarf ist hoch

23. November 2021

NORTHBROOK (Bier­mann)  Obwohl die trocke­ne Form 85–90% aller AMD-Fälle ausmacht, gibt es erheb­li­che Lücken in der Lite­ra­tur bezüg­lich der Krank­heits­last. Auch die mangeln­de Diffe­ren­zie­rung zwischen nicht­ex­su­da­ti­ver (neAMD) und exsu­da­ti­ver AMD (eAMD) wird wenig thema­ti­siert. Die erheb­li­che Krank­heits­last weist auf einen hohen unge­deck­ten Bedarf an Behand­lungs­mög­lich­kei­ten hin. Auch besteht laut den Auoren ein Mangel an Instru­men­ten, die sich Pati­ent-Repor­ted-Outco­mes (PRO) bedie­nen, um neAMD-Sympto­me besser abzubilden.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine geziel­te Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed, MEDLINE, Coch­ra­ne Data­ba­se of Syste­ma­tic Reviews (1995–2019) durch, um Daten zur Epide­mio­lo­gie, zum Manage­ment und zur Krank­heits­last bei den Betrof­fe­nen sowie der wirt­schaft­li­chen Belas­tung durch die neAMD zu iden­ti­fi­zie­ren. Ebenso führ­ten sie sozi­al­geo­gra­fi­sche Analy­sen über PRO-Berich­te von AMD-Pati­en­ten in PubMed (1995–2019), ClinicalTrials.gov., PROQOLID, PROLABELS und Health Tech­no­lo­gy Assess­ment Reports (2008–2018) durch.

Die Forscher schlos­sen 37 von iden­ti­fi­zier­ten 4205 Publi­ka­tio­nen in ihren Review ein. Sie ermit­tel­ten eine welt­wei­te Präva­lenz der neAMD von 0,44%. Diese vari­ier­te zwischen den Ethni­en und nahm mit dem Alter zu. Bei Pati­en­ten mit neAMD verstärk­te sich das Morta­li­täts­ri­si­ko insge­samt (HR 1,46; 95%-KI 0,99–2,16) sowie das im Zusam­men­hang mit Tabak­kon­sum (HR 2,86; 95%-KI 1,15–7,09) und Tumo­ren (HR 3,37; 95%-KI 1,56–7,29; p=0,002). Als wich­tigs­te Risi­ko­fak­to­ren für eine neAMD iden­ti­fi­zier­ten die Exper­ten Niko­tin­kon­sum, zuneh­men­des Alter, einen erhöh­ten Chole­ste­rin­spie­gel und Adipositas.

Das Manage­ment zur Vermei­dung der neAMD konzen­trier­te sich auf die Reduk­ti­on der Risi­ko­fak­to­ren und die Gabe von Nahrungs­er­gän­zungs­mit­teln, ohne dass Behand­lungs­richt­li­ni­en iden­ti­fi­ziert wurden. In den USA und in Itali­en blie­ben die Gesund­heits­auf­wen­dun­gen bei neAMD weit unter denen bei eAMD, obwohl erheb­li­che Visus­be­ein­träch­ti­gun­gen bestan­den. Die PRO-Bewer­tun­gen im Lebens­qua­li­täts- und Sehfunk­ti­ons­fra­ge­bo­gen sowie vielen ande­ren Frage­bö­gen deck­ten nur wenige der Sympto­me – wie verrin­ger­tes zentra­les Sehen, vor allem nachts, Meta­mor­ph­op­sien sowie ein verblass­tes Farb­se­hen – auf.

(tt)

Autoren: Schultz NM et al.
Korrespondenz: Neil M Schultz; neil.schultz@astellas.com
Studie: Global Burden of Dry Age-Related Macular Degeneration: A Targeted Literature Review
Quelle: Clin Ther 2021; Sep 18;S0149-2918(21)00310-6.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.clinthera.2021.08.011

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