Trocke­ne Makuladegeneration

Choroidaler Vaskularitätsindex liefert Erkenntnisse zur Pathogenese der AMD

22. November 2021

MAILAND (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, sind verschie­de­ne Grup­pen der trocke­nen AMD (dAMD) durch unter­schied­li­che Beein­träch­ti­gun­gen der choro­ida­len vasku­lä­ren und stroma­len Kompo­nen­ten gekenn­zeich­net, die unter­schied­li­che Schwe­re­gra­de der AMD wider­spie­geln. Das Ziel der Studie bestand darin, die choro­ida­len lumi­na­len und inter­s­ti­ti­el­len stroma­len Verän­de­run­gen anhand des choro­ida­len Vasku­la­ri­täts­in­dex (CVI) bei verschie­de­nen Formen der dAMD im Vergleich zu gesun­den Proban­den zu untersuchen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 120 Pati­en­ten (120 Augen) in die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die ein. 30 Augen bilde­ten die Gruppe der dAMD mit Drusen, 30 Augen die Gruppe mit reti­ku­lä­ren Pseu­do­dru­sen (RPD) und 30 Augen gehör­ten der Gruppe mit geogra­phi­scher Atro­phie (GA) an. Die 4. Gruppe bestand aus den übri­gen 30 der alters­an­ge­pass­ten gesun­den Kontrollaugen.

Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te den CVI, das heißt das Verhält­nis zwischen der lumi­na­len Ader­haut­flä­che (LCA) und der gesam­ten Ader­haut­flä­che (TCA) im subfovea­len Bereich von 1000 µm.

Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 76,6±7,1 Jahre. In Bezug auf Alter, axiale Bulbus­län­ge und zentra­ler Maku­la­di­cke wurden keine statis­ti­schen Unter­schie­de zwischen den Grup­pen gefun­den. Demge­gen­über ermit­tel­ten die Forscher eine unter­schied­li­che Vertei­lung der TCA zwischen den 4 Grup­pen (p=0,003), haupt­säch­lich aufgrund der Verän­de­run­gen der LCA (p=0,001). Ebenso stell­ten die Exper­ten bei dem CVI eine unter­schied­li­che Vertei­lung  zwischen den 4 Grup­pen fest (p<0,001). Die RPD-Gruppe wies einen gerin­ge­ren CVI im Vergleich zu den Kontrol­len auf (p=0,040), während die GA-Gruppe einen gerin­ge­ren CVI gegen­über der Drusen‑, der RPD- sowie der Kontroll-Gruppe zeigte (p=0.001; p=0,046; p<0,001).

Die Autoren resü­mie­ren, dass die CVI geeig­net sei, ein besse­res Verständ­nis der Patho­ge­ne­se der verschie­de­nen Formen der dAMD zu liefern, da die CVI im Vergleich zur Ader­haut­di­cke (ChT) ein sensi­ti­ve­rer Biomar­ker bei der Erken­nung von Ader­haut­ver­än­de­run­gen darstellt.

(tt)

Autoren: Sacconi R et al.
Korrespondenz: Giuseppe Querques; giuseppe.querques@hotmail.it
Studie: Choroidal Vascularity Index in Different Cohorts of Dry Age-Related Macular Degeneration
Quelle: Transl Vis Sci Technol 2021; Oct 4;10(12):26.
Web: dx.doi.org/10.1167/tvst.10.12.26

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