Trocke­ne AMD und chro­nisch-entzünd­li­che Darmerkrankung

Studie zeigt Assoziation mit Drusen auf

11. August 2022

MELBOURNE (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass Drusen bei Pati­en­ten mit chro­nisch-entzünd­li­chen Darm­er­kran­kun­gen (CED) häufi­ger auftre­ten als bei Perso­nen ohne inflamma­to­ri­sche Erkran­kun­gen. Laut den Autoren der Arbeit könnte diese Asso­zia­ti­on auf gemein­sa­me patho­ge­ne­ti­sche Mecha­nis­men sowie Risi­ko­fak­to­ren wie der Komple­ment­ak­ti­vie­rung und gene­ti­scher Risi­ko­al­le­le in Genen des Komple­ment­wegs hindeuten.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 63 Pati­en­ten (medi­a­nes Alter 48 Jahre [IQR 23]; 34 Männer [54%]) aus der gastro­en­te­ro­lo­gi­schen Abtei­lung des Univer­si­täts­kran­ken­hau­ses Melbourne (Austra­li­en) mit CED ein, von denen 19 Pati­en­ten (30%) an einer Coli­tis ulce­ro­sa, 41 (65%) an einem Morbus Crohn sowie 3 Fälle (5%) an einer unbe­stimm­ten Coli­tis litten. Die Kontroll­grup­pe umfass­te 63 alters- und geschlechts­an­ge­pass­te Kontroll­per­so­nen ohne entzünd­li­che Erkran­kun­gen. Die Arbeits­grup­pe erstell­te mithil­fe einer nicht­my­dria­ti­schen Fundus­ka­me­ra Aufnah­men, die anony­mi­siert von 3 ophthal­mo­lo­gi­schen Gutach­tern in Bezug auf Drusen, deren Anzahl und Größe bewer­tet, zwischen den Grup­pen vergli­chen und auf klini­sche Asso­zia­tio­nen unter­sucht wurden.

Die media­ne Dauer der CED lag bei 7 Jahren (IQR 10), der media­ne CRP-Wert bei 7 mg/l (IQR 14) sowie die Rate an Kompli­ka­tio­nen (wie Fisteln, Strik­tu­ren und Darm­re­sek­tio­nen) bei 44% (28/63 Patienten).

Die Forscher ermit­tel­ten in der CED-Gruppe eine höhere Anzahl an Drusen im Vergleich zur Kontroll­grup­pe (12±34 vs. 3±8; p=0,04). Ebenso zeigte sich bei den CED-Pati­en­ten häufi­ger eine Drusen­an­zahl ≥10 (14,22% vs. 4,6%; p=0,02; OR 4,21; 95%-KI 1,30–13,63), die auch mit einer länge­ren Erkran­kungs­dau­er (p=0,01; OR 1,06; 95%-KI 1,00–1,13), einem verstärk­ten Risiko für Kompli­ka­tio­nen (p=0,003; OR 6,90; 95%-KI 1,69–28,15) sowie einem erhöh­ten CRP-Wert zu Studi­en­be­ginn (p=0,008; OR 1,02; 95%-KI 1,00–1,05) asso­zi­iert war.

Die Autoren mutma­ßen, dass die Thera­pie mit Komple­ment­in­hi­bi­to­ren bei trocke­ner AMD mögli­cher­wei­se auch bei CED rele­vant sein könnte.

(tt)

Autoren: Nicklason E et al.
Korrespondenz: Judith A Savige; jasavige@unimelb.edu.au
Studie: Retinal drusen counts are increased in inflammatory bowel disease, and with longer disease duration, more complications and associated IgA glomerulonephritis
Quelle: Sci Rep 2022; Jul 11;12(1):11744.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41598-022-15232-4

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