Trocke­ne alters­ab­hän­gi­ge Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on

„Drusen-Ooze“ ein prognostischer Biomarker?

22. März 2021

SAN DIEGO (Bier­mann)  Unter „Drusen-Ooze“ wird das Mate­ri­al verstan­den, welches aus Drusen extru­diert wird, bevor diese kolla­bie­ren. In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren heraus­ge­fun­den, dass diese Verän­de­rung als ein Vorher­sa­ge-Para­me­ter für die Progres­si­on einer inkom­plet­ten oder komplet­ten Atro­phie des reti­na­len Pigment­epi­thels und der äuße­ren Netz­haut­schich­ten (iRORA; cRORA) heran­ge­zo­gen werden könnte.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 72 Augen (72 Pati­en­ten) mit trocke­ner Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) sowie einem mindes­tens 4-jähri­gen Follow-up in die multi­zen­tri­sche retro­spek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die auf. Mithil­fe von Volu­men-Scans in der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT) wurden die Drusen­ty­pen iden­ti­fi­ziert und vom Studi­en­be­ginn an bis zur letz­ten Unter­su­chung auf „Drusen-Ooze“ unter­sucht. Die Ophthal­mo­lo­gen defi­nier­ten dabei „Drusen-Ooze“ als hyper­re­flek­tie­ren­de Punkte, die sich über kolla­bier­ten Drusen oder Pseu­do­dru­sen zeig­ten, oder als hyper­re­flek­tie­ren­des reti­na­les Pigment­epi­thel (RPE) über Drusen oder als isoreflek­tie­ren­de Punkte auf Höhe der äuße­ren Körner­schicht. Die Arbeits­grup­pe werte­te die daraus resul­tie­ren­de Inzi­denz für iRORA, cRORA sowie für eine neovas­ku­lä­re AMD (nAMD) statis­tisch aus.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 68,89±25,57 Monate. Am Studi­en­be­ginn zeigte sich bei 11 Augen (15,3%) ein einzel­ner Drusen­typ, wohin­ge­gen bei 61 Augen (84,7%) gemisch­te Drusen­ty­pen vorla­gen. Der häufigs­te Drusen­typ waren reti­ku­lä­re Pseu­do­dru­sen (84,7%), gefolgt von weichen Drusen (66,6%). Zum Studi­en­be­ginn stell­ten die Forscher bei 47 Augen (65,2%) bereits „Drusen-Ooze“ fest. Dieser bereits schon anfäng­li­che „Drusen-Ooze“ (p<0,01) sowie die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) zu Beginn der Studie (p=0,04) korre­lier­ten signi­fi­kant mit der Entwick­lung von iRORA und cRORA. Bei 14 Augen kam es im Verlauf der mitt­le­ren Follow-up-Zeit von 29,14±24,33 Mona­ten zu einer Progres­si­on von iRORA zu cRORA. Bei „Drusen-Ooze“ zu Studi­en­be­ginn bestand ein 20,3-fach höhe­res Risiko eine iRORA oder cRORA zu entwi­ckeln (95%-KI 4,4–94,2).

(tt)

Autoren: Jhingan M et al.
Korrespondenz: Jay Chhablani; jay.chhablani@gmail.com
Studie: Drusen ooze: Predictor for progression of dry age-related macular degeneration
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Mar 12 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05147-7

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