Trauma mit intrao­ku­lä­rem Fremdkörper

Risikofaktoren für Endophthalmitis und schlechtes Visusergebnis ermittelt

31. Mai 2022

ANN ARBOR (Bier­mann) – Pati­en­ten nach trau­ma­ti­scher Bulbus­ver­let­zung mit intrao­ku­lä­rem Fremd­kör­per (IOFB) haben ein erhöh­tes Risiko für eine Endo­ph­thal­mi­tis, wenn die Vorstel­lung verzö­gert erfolgt oder ein IOFB aus orga­ni­schem Mate­ri­al vorliegt. Eine schlech­te Visus­pro­gno­se besteht in Fällen mit schlech­tem Ausgangs­vi­sus (VA) und schwe­rem Trauma (großer Wund­spalt, reti­na­le Betei­li­gung). Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Arbeit gekommen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 88 Patienten/Augen mit einem Bulbus­t­rau­ma und IOFB, die sich im Zeit­raum Dezem­ber 2019 bis Januar 2020 in der Augen­kli­nik der Univer­si­tät Michi­gan (USA) vorstellten.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te die Charak­te­ris­ti­ka der Verlet­zun­gen, der IOFB sowie der klini­schen Befun­de. Zusätz­lich unter­such­te die Gruppe Asso­zia­tio­nen zwischen den einge­setz­ten Thera­pie­op­tio­nen und den Behandlungsergebnissen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Entwick­lung einer Endo­ph­thal­mi­tis mit einer späten Vorstel­lung (p=0,016) sowie einem IOFB aus orga­ni­schen Bestand­tei­len (p=0,044) asso­zi­iert war. Zudem korre­lier­ten eine Abla­tio (p=0,012), eine Wund­län­ge von >5 mm (p=0,041) sowie eine schlech­te initia­le VA (p=0,003) mit einer schlech­ten fina­len VA.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass alle Pati­en­ten eine anti­bio­ti­sche Prophy­la­xe erhiel­ten, jedoch die Substan­zen und Darrei­chungs­for­men stark vari­ier­ten. Bei 4,9% der Augen entwi­ckel­te sich nach der Erst­be­hand­lung eine Endo­ph­thal­mi­tis, wobei die primä­re und die sekun­dä­re Entfer­nung des IOFB im hinte­ren Augen­ab­schnitt mit in etwa entspre­chen­den Raten an Endo­ph­thal­mit­i­den einher­gin­gen (p=1,0).

Die Autoren resü­mie­ren, dass sich ein rascher Bulbus­ver­schluss sowie eine anti­mi­kro­biel­le Prophy­la­xe für die Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on als entschei­dend erwei­sen. In Fällen, in denen die IOFB-Entfer­nung und der Bulbus­ver­schluss nicht gleich­zei­tig durch­ge­führt werden können, bietet der primä­re Bulbus­ver­schluss zusam­men mit einer aggres­si­ven anti­bio­ti­schen Versor­gung eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve, um eine Endo­ph­thal­mi­tis zu verhindern.

(tt)

Autoren: Keil JM et al.
Korrespondenz: David N Zacks; davzacks@med.umich.edu
Studie: Endophthalmitis, Visual Outcomes, and Management Strategies in Eyes with Intraocular Foreign Bodies
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; May 3;16:1401-1411.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S358064

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