Tränen­film­di­cke bei trocke­nem Auge

Wirkung der einmaligen Applikation von Hyaluronsäure-basierten Augentropfen

8. Mai 2019

WIEN (Bier­mann) — Die Präva­lenz des trocke­nen Auges (DED) nimmt stän­dig zu. Alle Formen des DED sind mit Störun­gen im Tränen­film verbun­den. Eine inter­na­tio­na­le Studi­en­grup­pe um Prof. Gerhard Garhö­fer von der Medi­zi­ni­schen Univer­si­tät Wien unter­such­te daher den Effekt der einma­li­gen Verab­rei­chung von zwei verschie­de­nen Hyaluron­säu­re-basier­ten Augen­trop­fen auf die Tränen­film­di­cke (TFT) bei Pati­en­ten mit mittel­schwe­rer bis schwe­rer trocke­ner Augen­er­kran­kung (DED).

In der Studie erhiel­ten 60 Pati­en­ten zwischen 20 und 57 Jahren rando­mi­siert Augen­trop­fen, die entwe­der nicht konser­vier­tes Natri­um­hyaluro­nat, Trigly­ce­ri­de und Phos­pho­li­pi­de (HTP) oder nicht konser­vier­tes Natri­um­hyaluro­nat (HA) oder nicht konser­vier­tes Natri­um­chlo­rid (NaCl) enthiel­ten. Die TFT und Lipidschicht­di­cke (LLT) wurden vor und zu defi­nier­ten Zeit­punk­ten nach einma­li­ger Appli­ka­ti­on mit einem spezi­ell aufge­bau­ten ultra­hoch­auf­lö­sen­den opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie­sys­tem und einem Weiß­licht­in­ter­fe­ro­me­ter bewer­tet. Es wurden Stan­dard­tests für DED durch­ge­führt, beispiels­wei­se eine visu­el­le Analogska­la (VAS), Cornea-Fluo­res­ce­in-Färbung (CFS), Schir­mer-I-Test und Tränen­film­auf­reiß­zeit (BUT).

Der zeit­li­che Verlauf bei der TFT unter­schied sich signi­fi­kant zwischen den drei verab­reich­ten Mitteln (p < 0,001). Die einma­li­ge Verab­rei­chung von HTP erhöh­te die TFT signi­fi­kant über einen Zeit­raum von 40 Minu­ten. Eine Zunah­me der TFT über 20 Minu­ten wurde nach dem Eintrop­fen von HA beob­ach­tet, wohin­ge­gen NaCl keine Wirkung zeigte. Bei der Ände­rung von BUT, CFS oder LLT wurde kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den drei Grup­pen beob­ach­tet (p = 0,57, 0,97 bzw. 0,86). Eine signi­fi­kan­te Verbes­se­rung der subjek­ti­ven Sympto­me (VAS) wurde nach einma­li­ger Appli­ka­ti­on von HTP (p = 0,03 versus Base­li­ne) und HA fest­ge­stellt, nicht jedoch nach Verab­rei­chung von NaCl (p = 0,03, p < 0,01 und p = 0,08 versus Base­li­ne, bezie­hungs­wei­se jeweils p = 0,57 zwischen den Gruppen).

Die Studi­en­au­toren schla­gen Lang­zeit­stu­di­en mit mehre­ren Verab­rei­chun­gen der Trop­fen vor, um die Wirk­sam­keit der getes­te­ten Produk­te weiter zu untersuchen.

(isch)

Autoren: Szegedi S, Scheschy U, Schmidl D et al.
Korrespondenz: Prof. Gerhard Garhofer, Department of Clinical Pharmacology, Medical University of Vienna, Waehringer Guertel 18-20, Vienna A-1090, Austria. gerhard.garhoefer@meduniwien.ac.at
Studie: Effect of Single Instillation of Two Hyaluronic Acid-Based Topical Lubricants on Tear Film Thickness in Patients with Dry Eye Syndrome
Quelle: J Ocul Pharmacol Ther. 2018 Nov;34(9):605-611. doi: 10.1089/jop.2018.0069. Epub 2018 Oct 16.
Web: https://doi.org/10.1089/jop.2018.0069

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