Tränen­fil­m­ana­ly­se mit AS-OCT

Tränenmeniskus gibt Auskunft über Erkrankung der Augenoberfläche bei Glaukomtherapie

27. Februar 2020

CHIETI (Bier­mann) – Redu­zier­te Werte der Höhe und Fläche des Tränen­me­nis­kus können als struk­tu­rel­le Indi­ka­to­ren für eine mit der Glau­kom­the­ra­pie verbun­de­ne Erkran­kung der Augen­ober­flä­che ange­nom­men werden. Dies schla­gen Ophthal­mo­lo­gen aus Itali­en vor, die den Tränen­me­nis­kus bei medi­ka­men­tös kontrol­lier­ten Glau­kom­pa­ti­en­ten (MCGP) mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie im vorde­ren Augen­ab­schnitt (AS-OCT) unter­sucht haben.

In ihrer Origi­nal­ar­beit, veröf­fent­licht im „Jour­nal of Glau­co­ma“, verdeut­li­chen sie, dass eine AS-OCT eine nicht inva­si­ve und zuver­läs­si­ge Tränen­me­nis­kus-Bild­ge­bung bei medi­ka­men­tös kontrol­lier­tem Glau­kom ermög­licht, wobei eine glau­kom­be­ding­te Augen­ober­flä­chen­er­kran­kung als ein krank­heits­ähn­li­cher Zustand eines trocke­nen Auges abge­bil­det wird.

56 MCGP, 24 Pati­en­ten mit evapo­ra­ti­vem trocke­nen Auge (EDE) und 30 gesun­de Proban­den (Kontrol­len) wurden einge­schlos­sen. Die MCGP wurden in 3 Grup­pen einge­teilt: β-Blocker, 14 Augen (Gruppe 1); Prosta­glan­dinana­lo­ga, 14 Augen (Gruppe 2); 2 oder mehr Medi­ka­men­te, 28 Augen (Gruppe 3). Bestimmt wurden: der Ocular Surface Disea­se Index (OSDI) mittels Frage­bo­gen, Tränen­film-Aufriss­zeit (TBUT), Fluo­res­zein­fär­bung der Kornea (CFS), Schir­mer-I-Test (STI) sowie Tränen­me­nis­kus­hö­he (unten und oben: L-TMH, U-TMH) und -fläche (L-TMA, U-TMA) mittels AS-OCT.

Der OSDI-Score war bei Pati­en­ten der Gruppe 3 und bei Pati­en­ten mit EDE höher (p<0,05) als bei Pati­en­ten in Gruppe 1, 2 und den Kontroll­pa­ti­en­ten. Es wurden keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwischen Gruppe 3 und EDE für alle klini­schen Para­me­ter gefun­den. Die L-TMA war in den Grup­pen 1, 2 und 3 (p<0,05) und bei EDE-Pati­en­ten (p<0,001) im Vergleich zu den Kontrol­len signi­fi­kant nied­ri­ger und in Gruppe 3 und EDE im Vergleich zu den Grup­pen 1 und 2 nied­ri­ger (p<0,05).

Die L-TMH war in den Grup­pen 1, 2 und 3 und der EDE-Gruppe im Vergleich zu den Kontrol­len (p<0,001) und bei EDE und Gruppe 3 im Vergleich zu den Grup­pen 1 und 2 (p<0,05) nied­ri­ger. Die U-TMA war in den EDE- und MCGP-Grup­pen im Vergleich zu den Kontrol­len nied­ri­ger (p<0,05). Die L-TMA und L-TMH korre­lier­ten nega­tiv mit dem OSDI-Score (p<0,01, r=–0,379 bzw. p<0,01, r–=0,352).

(isch)

Autoren: Agnifili L et al.
Korrespondenz: Lorenza Bresciaf; brescia.lorenza@gmail.com
Studie: Tear Meniscus Imaging by Anterior Segment-optical Coherence Tomography in Medically Controlled Glaucoma
Quelle: J Glaucoma 2020; Feb 19.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001469

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