Tränen­film­ana­ly­se

Bewertung des Tränenfilmabrisses bei Glaukompatienten als potenzieller Biomarker

16. Januar 2020

PAMPLONA (Bier­mann) – Die lang­fris­ti­ge Anwen­dung topi­scher Augen­trop­fen kann zu Verän­de­run­gen der Augen­ober­flä­che führen. Bei Erkran­kun­gen der Augen­ober­flä­che spielt die Stabi­li­tät des Tränen­films eine wesent­li­che Rolle. Ziel einer spani­schen Studie war es nun, den räum­li­chen und zeit­li­chen Verlauf des Tränen­film­ab­ris­ses mithil­fe eines nicht inva­si­ven Geräts, dem Kera­to­graph 5M, bei Glau­kom­pa­ti­en­ten und norma­len Proban­den zu analy­sie­ren, um die Stabi­li­tät des Tränen­films besser zu verste­hen. Ihr Ergeb­nis: Der Kera­to­graph 5M ermög­licht eine einfa­che, auto­ma­ti­sche und nicht inva­si­ve Beur­tei­lung von Erkran­kun­gen der Augenoberfläche.

Für ihre Studie werte­ten die Autoren bei 132 Glau­kom- und 87 Kontrollau­gen die Para­me­ter für die nicht inva­si­ve Abriss­zeit („non-inva­si­ve tear break­up time“, NITBUT), wie First NITBUT (F‑NITBUT) und Average NITBUT (A‑NITBUT) mit dem Kera­to­graph 5M aus. Weiter­hin wurde die Größe, der Bereich und das Fort­schrei­ten des Tränen­film­b­ris­ses mit auto­ma­tisch iden­ti­fi­zier­ten Abriss­area­len (BUA) bestimmt. Die Wachs­tums­ra­te der Trocken­flä­che (DAGR) wurde durch die Progres­si­on von der ersten BUA (F‑BUA) zur gesam­ten BUA (T‑BUA) ausgedrückt.

Die Unter­schie­de zwischen beiden Grup­pen wurden mit dem Students-T-Tests für para­me­tri­sche Daten und mit dem Mann-Whit­ney-U-Test für nicht para­me­tri­sche Daten analy­siert. Der Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­ent nach Pear­son bzw. Spear­man wurde verwen­det, um die Bezie­hung zwischen para­me­tri­schen bzw. nicht para­me­tri­schen Varia­blen zu bewerten.

Der F‑NITBUT betrug 11,43 ±7,83 s in der Kontroll­grup­pe und 8,17 ±5,73 s in der Glau­kom-Gruppe (p=0,010). Der A‑NITBUT lag in der Kontroll­grup­pe bei 14,04 ±7,21 s und bei 11,82 ±6,09 s in der Glau­kom-Gruppe (p=0,028).

Der F‑BUA war in der Glau­kom-Gruppe höher als in der Kontroll­grup­pe (2,73 und 2,28; p=0,022) und lag in der Glau­kom-Gruppe häufi­ger im Zentrum der Horn­haut (p=0,039). Auch der T‑BUA war in der Glau­kom-Gruppe höher als in der Kontroll­grup­pe (13,24 und 9,76%; p=0,012); die DAGR war in der Glau­kom-Gruppe stei­ler als in der Kontroll­grup­pe (34,38 ° und 27,15 °; p=0,009).

Die Autoren weisen darauf hin, dass weite­re Studi­en mit prospek­ti­ven Designs erfor­der­lich sind, um diesen poten­zi­el­len Biomar­ker bei Erkran­kun­gen der Augen­ober­flä­che zu validieren.

(isch)

Autoren: Guarnieri A et al.
Korrespondenz: Adriano Guarnieri; aguarnieri@outlook.com
Studie: Ocular surface analysis and automatic non-invasive assessment of tear film breakup location, extension and progression in patients with glaucoma
Quelle: BMC Ophthalmol 2020 Jan 6;20(1):12.
Web: https://doi.org/10.1186/s12886-019-1279-7

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