Trabe­ku­lek­to­mie und Phakoemulsifikation

Gleichzeitig oder nacheinander? Japanische Studie liefert 5-Jahres-Ergebnisse

28. April 2021

FUKUI (Bier­mann) – Eine japa­ni­sche Arbeits­grup­pe verglich bei Glau­kom-Pati­en­ten die Ergeb­nis­se einer Trabe­ku­lek­to­mie in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on mit denen einer Trabe­ku­lek­to­mie mit anschlie­ßen­der Phako­emul­si­fi­ka­ti­on. Zusam­men­fas­send zeigte die Studie keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied in der kumu­la­ti­ven Erfolgs­wahr­schein­lich­keit zwischen den beiden Grup­pen. Eine Trabe­ku­lek­to­mie in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on schien jedoch eine gerin­ge­re kumu­la­ti­ve Erfolgs­wahr­schein­lich­keit zu haben als eine Trabe­ku­lek­to­mie allein.

Einge­schlos­sen wurden insge­samt 141 Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom, Exfo­li­a­ti­ons­glau­kom und Sekun­där­glau­kom bei Uvei­tis, bei denen eine Trabe­ku­lek­to­mie gefolgt von (n=48) oder kombi­niert mit (n=93) einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on durch­ge­führt wurde. Die Autoren analy­sier­ten die Daten aus der Colla­bo­ra­ti­ve-Bleb-Rela­ted-Infec­tion-Inci­dence-and-Treat­ment-Studie. Diese wurde als eine prospek­ti­ve Kohor­ten­stu­die in 34 klini­schen Zentren mit 1.249 Augen durchgeführt.

Das Haupt­er­geb­nis war die kumu­la­ti­ve Erfolgs­wahr­schein­lich­keit basie­rend auf dem Augen­in­nen­druck (IOD) inner­halb von 5 Jahren. Ein chir­ur­gi­sches Versa­gen wurde als ein Fall defi­niert, in dem eine zusätz­li­che Glau­kom­ope­ra­ti­on erfor­der­lich war oder eines der folgen­den Krite­ri­en erfüllt war: präope­ra­ti­ver Augen­in­nen­druck >21 mmHg (A), >18 mmHG (B) oder >15 mmHg (C­). Die sekun­dä­ren Ergeb­nis­se waren die kumu­la­ti­ve Erfolgs­wahr­schein­lich­keit, Risi­ko­fak­to­ren für ein chir­ur­gi­sches Versa­gen und die Δ‑Sehschärfe.

In der vorlie­gen­den Studie fanden die Autoren keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in den kumu­la­ti­ven Erfolgs­wahr­schein­lich­kei­ten zwischen den Grup­pen „Trabe­ku­lek­to­mie gefolgt von Phako­emul­si­fi­ka­ti­on“ und „Trabe­ku­lek­to­mie kombi­niert mit Phako­emul­si­fi­ka­ti­on“. Blie­ben die Daten zur Phako­emul­si­fi­ka­ti­on während des 5‑Jah­res-Follow-ups jedoch unbe­rück­sich­tigt, waren die Erfolgs­wahr­schein­lich­kei­ten einer Trabe­ku­lek­to­mie gefolgt von einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on für die Krite­ri­en A (p=0,02), B (p<0,01) und C (p<0,01) signi­fi­kant höher. Ein nied­ri­ge­rer präope­ra­ti­ver Augen­in­nen­druck, ein jünge­res Alter und eine Trabe­ku­lek­to­mie in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on waren mit einem schlech­te­ren Ergeb­nis verbunden.

Die Trabe­ku­lek­to­mie gefolgt von einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on hatte nach 6 und 12 Mona­ten eine signi­fi­kant schlech­te­re Δ‑log­MAR-Sehschär­fe (p<0,01). Die in der frühen post­ope­ra­ti­ven Phase nach Kombi­na­ti­on von Phako­emul­si­fi­ka­ti­on mit Trabe­ku­lek­to­mie beob­ach­te­ten Verbes­se­run­gen der Sehschär­fe verschwan­den inner­halb von 5 Jahren.

(isch)

Autoren: Arimura S et al.
Korrespondenz: Masaru Inatani; inatani@u-fukui.ac.jp
Studie: Comparison of 5-year outcomes between trabeculectomy combined with phacoemulsification and trabeculectomy followed by phacoemulsification: a retrospective cohort study
Quelle: BMC Ophthalmol 2021 Apr 24;21(1):188.
Web: https://doi.org/10.1186/s12886-021-01949-9

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