Trabe­ku­lek­to­mie

Fall-Kontroll-Studie untersucht Häufigkeit einer erneuten Operation

29. Juni 2020

BALTIMORE (Bier­mann) – Nach einer Trabe­ku­lek­to­mie wurden inner­halb von 180 Tagen fast 10% der Augen erneut operiert. Während einer mitt­le­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von fast 3 Jahren lag die Rate bei über 20%, so das Ergeb­nis einer im „Ameri­can Jour­nal of Ophthal­mo­lo­gy“ veröf­fent­lich­ten retro­spek­ti­ven Fall-Kontroll-Studie. Zusätz­li­che Studi­en soll­ten eine unge­plan­te Rück­kehr in den OP als ein Maß für die chir­ur­gi­sche Quali­tät in der Ophthal­mo­lo­gie evalu­ie­ren, resü­mie­ren die US-ameri­ka­ni­schen Studienautoren.

Für ihre Fall-Kontroll-Studie über­prüf­ten die Autoren 881 Augen, bei denen zwischen Januar 2014 und Dezem­ber 2016 eine Trabe­ku­lek­to­mie durch­ge­führt wurde. Einge­schlos­sen wurden erwach­se­ne Pati­en­ten mit einer post­ope­ra­ti­ven Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von >180 Tagen und keiner ande­ren glau­kom­be­ding­ten Opera­ti­on im Vorjahr. Für jedes Auge, das einer Re-Opera­ti­on unter­zo­gen wurde, wurde eine Kontrol­le inner­halb eines Monats zeit­lich ange­passt. Das mitt­le­re post­ope­ra­ti­ve Follow-up betrug 2,9 ±1,1 Jahre.

Die Re-Opera­ti­ons­ra­te inner­halb von 180 Tagen betrug 9,5% (84/881) und zu jedem Zeit­punkt post­ope­ra­tiv 23,3% (205/881). Wurden intra­ope­ra­ti­ve Fälle mit Filter­kis­sen-Need­ling ausge­schlos­sen, betrug die Re-Opera­ti­ons­ra­te inner­halb von 180 Tagen 6,5% (57/881) und zu jedem Zeit­punkt post­ope­ra­tiv 13,6% (120/881).

Die häufigs­ten Re-Opera­tio­nen inner­halb von 180 Tagen waren eine Filter­kis­sen-Revi­si­on (32,1%) und ein intra­ope­ra­ti­ves Filter­kis­sen-Need­ling (28,6%). Zu jedem Zeit­punkt post­ope­ra­tiv waren die häufigs­ten Re-Opera­tio­nen ein Filter­kis­sen-Need­ling (36,1%), eine Filter­kis­sen-Revi­si­on (23,9%) und eine Tube-Shunt-Implan­ta­ti­on (13,2%).

Bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung waren die re-operier­ten und die Kontrollau­gen ähnlich hinsicht­lich des mitt­le­ren Augen­in­nen­drucks, des Anteils der Augen, die den Ziel-Augen­in­nen­druck erreich­ten, und der Verän­de­rung der Sehschär­fe seit der ursprüng­li­chen Trabekulektomie.

(isch)

Autoren: Cardakli N et al.
Korrespondenz: Michael V. Boland; boland@jhu.edu
Studie: Unplanned Return to the Operating Room after Trabeculectomy
Quelle: Am J Ophthalmol 2020; Jun 19.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.06.016

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