Thera­pie­re­frak­tä­res Makulaforamen

Erfolgreicher Verschluss mit Netzhaut-Transplantat

12. März 2019

DURHAM (Bier­mann) — Die auto­lo­ge Trans­plan­ta­ti­on neuro­sen­so­ri­scher Netz­haut hat sich in einer ersten Studie als anato­misch erfolg­rei­che und zudem siche­re Metho­de erwie­sen, um ein refrak­tä­res Maku­la­fora­men zu verschließen.

Die multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve Fall­se­rie umfasst 41 Augen und ebenso viele Pati­en­ten. Die 27 Frauen und 14 Männer hatten ein durch­grei­fen­des Maku­la­fora­men, welches sich als refrak­tär gegen­über einer zuvor durch­ge­führ­ten Vitrek­to­mie mit Abschä­lung der inne­ren Grenz­mem­bran und anschlie­ßen­der Tampo­na­de erwie­sen hatte. Die Studi­en­teil­neh­mer waren bereits bis zu 3‑mal operiert worden, im Schnitt waren es 1,5±0,94 Vorope­ra­tio­nen. Bei allen Pati­en­ten wurde eine Pars-plana-Vitrek­to­mie und ein auto­lo­ge Trans­plan­ta­ti­on neuro­sen­so­ri­scher Netz­haut durch­ge­führt, entwe­der mit Gas- oder Sili­kon­öltam­po­na­de oder kurz­zei­ti­ger Perflu­or-N-Octan-Tampo­na­de. Die Nach­be­ob­ach­tung lief über 11,1±7,7 Monate (Range 6–36 Monate).

Ein komplet­ter anato­mi­scher Verschluss des Maku­la­fora­mens in der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie wurde bei 36 von 41 Augen (87,5%) erreicht. Der durch­schnitt­li­che korri­gier­te Visus (logMAR) verbes­ser­te sich von anfäng­lich 1,11±0,66 (Range 0,48–3) auf 1,03±0,51 (Range 0,1–2) bei der letz­ten post­ope­ra­ti­ven Kontrol­le (p=0,03). Bei 15 Pati­en­ten (36,6%) verbes­ser­te sich der Visus um ≥ 0,3 logMAR-Einhei­ten, bei 17 (41,5%) bleib er stabil und bei 9 (21,9%) verschlech­ter­te er sich. In der Gruppe, in der ein anato­mi­scher Verschluss des Maku­la­for­ma­nes erreicht wurde, kam es bei 52,3% der Pati­en­ten zu einer Verbes­se­rung und bei 13,8% zu einer Verschlech­te­rung des Visus. In der Gruppe ohne anato­mi­schen Verschluss verschlech­ter­te sich der Visus bei 20% und verbes­ser­te sich bei keinem Patienten.

Der mitt­le­re präope­ra­ti­ve größte Basal­durch­mes­ser betrug 1468,1±656,4 µm (Range 621‑2600 µm) und der mitt­le­re Durch­mes­ser der inne­ren Öffnung betrug 825±422,5 µm (Range 336‑1649 µm). Vor der Opera­ti­on wies die ellip­so­ide Zone im Mittel einen 1777,3±513,8 µm (Range 963‑2808 µm) großen Defekt auf. Bei der letz­ten Kontroll­un­ter­su­chung war nur noch ein Bereich von 1370±556,9 µm (Range 288‑2000 µm) geschä­digt (p=0,007). Die äußere Grenz­mem­bran hatte präope­ra­tiv einen Defekt in der Größe von 1681,5±429 µm (Range 1172–2606 µm), bei der letz­ten Kontrol­le war dieser auf 1408,5±571,2 µm (Range 200‑2000 µm) geschrumpft (p=0,017).

Schwe­re post­ope­ra­ti­ve Kompli­ka­tio­nen waren Netz­haut­ab­lö­sung (n=1) und Glas­kör­per­blu­tung (n=1). Es gab keine Fälle von proli­fe­ra­ti­ver Vitre­o­re­ti­no­pa­thie, Endo­ph­thal­mi­tis, supra­choro­ida­ler Blutung oder choro­ida­ler Neovaskularisation.

(nec)

Autoren: Grewal DS et al.
Korrespondenz: Department of Ophthalmology, Duke University School of Medicine, Durham, NC, USA
Studie: Autologous Retinal Transplant For Refractory Macular Holes: Multicenter InternationalCollaborative Study Group
Quelle:
Ophthalmology 2019 Jan 31.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.01.027

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