Thera­pie­re­frak­tä­res Glau­kom und XEN-45-Implan­ta­ti­on ab exter­no an der Spaltlampe

Gutes Wirksamkeits-, jedoch ungünstiges Sicherheitsprofil ermittelt

25. Juli 2022

QUEBEC (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Pilot­stu­die berich­ten, führt eine trans­kon­junk­ti­va­le Implan­ta­ti­on eines XEN-45-Gel-Mikrost­ents (Klasse der mini­mal­in­va­si­ven Glau­kom­chir­ur­gie [MIGS]) ab exter­no unter realen Praxis­be­din­gun­gen bei Pati­en­ten mit medi­ka­men­tös nicht kontrol­lier­ba­rem Augen­in­nen­druck (IOD) zwar nach 1 Jahr zu einer guten Senkung des IOD, jedoch auch zu einer hohen Anzahl an Kompli­ka­tio­nen bzw. Revisionen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 28 Pati­en­ten (34 Augen) mit thera­pie­re­frak­tä­rem Glau­kom trotz antig­lau­kom­a­tö­ser (AGM) Maxi­mal­the­ra­pie in ihre retro­spek­ti­ve, multi­zen­tri­sche Über­sichts­stu­die ein. Bei allen Pati­en­ten erfolg­te die trans­kon­junk­ti­va­le Implan­ta­ti­on des XEN-45-Gel-Mikrost­ents ab exter­no an der Spaltlampe.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te den post­ope­ra­ti­ven IOD, die Anzahl einge­setz­ter AGM, die Posi­ti­on des Stents sowie die Rate an erfor­der­li­chem Sicker­kis­sen-Need­ling nach 1 Tag bzw. 1 Woche sowie 1, 3, 6 und 12 Mona­ten postoperativ.

Die Forschen­den defi­nier­ten einen Thera­pie­er­folg als einen IOD ≥6 und ≤18 mmHg mit einer Reduk­ti­on des IOD um ≥20% zum Ausgangs­wert ohne (komplet­ter Erfolg) oder mit (parti­el­ler Erfolg) einge­setz­ten AGM.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der mitt­le­re IOD von 24,1±8,0 mmHg mit 3,2±0,9 AGM präope­ra­tiv auf 15,4±4,7 mmHg mit 0,6±1,0 AGM nach 12 Mona­ten verrin­ger­te. Dabei erreich­ten 46,9% der Augen einen komplet­ten sowie 81,3% einen parti­el­len Thera­pie­er­folg. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass der Stent in 94,1% der Fälle nach dem Erst­ein­griff rich­tig posi­tio­niert lag, während 100% der Implan­ta­te erst nach einem Revi­si­ons­ein­griff mit Repo­si­tio­nie­rung korrekt plat­ziert saß. Ein zusätz­li­ches Need­ling des Sicker­kis­sens war bei 21% der Augen erfor­der­lich. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten folgen­de Kompli­ka­tio­nen: Sicker­kis­sen­le­cka­gen, Hypo­to­ni­en, Stent-Okklu­sio­nes, kornea­le Erosio­nes sowie Endophthalmitiden.

(tt)

Autoren: Gagné S et al.
Korrespondenz: Sebastien Gagne; sebastien.gagne@institutdeloeil.com
Studie: Transconjunctival XEN45 Implantation for Glaucoma Performed at the Slit Lamp: A Pilot Study
Quelle: J Glaucoma 2022; Jun 30 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002070

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