Thera­pie­re­frak­tä­res Glau­kom und Ahmed-Glaukom-Drainageimplantat

Abstand zwischen Drainageschlauch und Iris bestimmt kornealen Endothelzellverlust

20. September 2022

SEOUL (Bier­mann) – Die Implan­ta­ti­on eines Ahmed-Glau­kom-Valve-Drai­na­ge­sys­tems (AGV) führt in Bezug auf die kornea­le Endo­thel­zell­dich­te (CED) zu einem prognos­tisch güns­ti­ge­ren Ergeb­nis, wenn der Abstand zwischen dem Drai­na­ge­schlauch und der Iris (TID) kurz ist und ≤ einem bestimm­ba­ren opti­ma­len Cut-off-Wert liegt. Zu diesem Ergeb­nis kommen die Autoren einer aktu­el­len Arbeit.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 95 Pati­en­ten (103 Augen) mit thera­pie­re­frak­tä­rem Glau­kom ein, bei denen im Zeit­raum Januar 2006 bis Januar 2021 in der Augen­kli­nik des Sever­an­ce Hospi­tals des Yonsei Univer­si­ty Colle­ge of Medi­ci­ne (Südko­rea) eine AGV-Implan­ta­ti­on erfolg­te. Die Arbeits­grup­pe teilte die Kohor­te anhand der post­ope­ra­ti­ven ECD-Ände­rungs­ra­te in 2 Grup­pen auf und bestimm­te deren Erfolgs­sta­tus (Über­le­bens­ra­te). Gruppe A umfass­te Pati­en­ten mit einer ECD-Ände­rungs­ra­te <6,1%/Jahr und Gruppe B solche mit einer Ände­rungs­ra­te >6,1%/Jahr. Mithil­fe von t‑Tests vergli­chen die Forschen­den beide Grup­pen u.a. im Hinblick auf die Schlauch­pa­ra­me­ter (TID; Schlauch­län­ge; [TL]; Abstand Schlauch zu kornea­lem Endo­thel; [TCD]) und bewer­te­ten anhand von uni- und multi­va­ria­blen linea­ren Regres­si­ons­ana­ly­sen Asso­zia­tio­nen. Zudem analy­sier­ten sie mittels einer linea­ren Cox-Propor­tio­nal-Hazards-Regres­si­ons­ana­ly­se und einer Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (ROC), basie­rend auf einer univa­ria­blen logis­ti­schen Regres­si­ons­ana­ly­se, den opti­ma­len Cut-off-Wert für den TID (Wert, der dem gerings­ten p‑Wert entspricht) im Hinblick auf die ECD-Ände­rungs­ra­te. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 4,09±2,20 Jahre.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die TL und die TID in Gruppe A signi­fi­kant gerin­ger ausfie­len als in Gruppe B (1,09 vs. 1,27 mm; p=0,044 und 0,23 vs. 0,47 mm; p=0,004), während der TID in allen Analy­sen den einzi­gen signi­fi­kan­ten prognos­ti­schen Faktor für einen ECD-Erhalt darstell­te (p=0,025). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten einen Cut-off-Wert von 0,33 mm in der Cox-Analy­se (kleins­tes p=0,0087) bzw. von 0,371 mm in der ROC-Analy­se mit einer Fläche unter der ROC von 0,662 (AUC) fest.

(tt)

Autoren: Kim Y et al.
Korrespondenz: Wungrak Choi; wungrakchoi@hanmail.net
Studie: Tube-Iris Distance and Corneal Endothelial Cell Damage Following Ahmed Glaucoma Valve Implantation
Quelle: J Clin Med 2022; Aug 28;11(17):5057.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm11175057

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