Thera­pie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren

Übersicht über an die FDA gemeldete okuläre Nebenwirkungen

6. März 2020

VANCOUVER [Bier­mann] — Die Ergeb­nis­se einer Dispro­por­tio­na­li­täts­ana­ly­se, die Wissen­schaft­ler von der Univer­si­ty of British Colum­bia in Vancou­ver (Kanada) vorge­legt haben, lassen die Schluss­fol­ge­rung zu, dass die Verwen­dung von Immun­check­point-Inhib­to­ren mit einem erhöh­ten Risiko für Neben­wir­kun­gen am Auge verbun­den ist. Es seien in der Zukunft epide­mio­lo­gi­sche Studi­en nötig, um diese uner­wünsch­ten Ereig­nis­se besser zu quan­ti­fi­zie­ren, schrei­ben die Wissen­schaft­ler im „Jour­nal of Current Ophthalmology”.

Die Wissen­schaft­ler erstell­ten eine Quan­ti­fi­zie­rung des Risi­kos uner­wünsch­ter okulä­rer Ereig­nis­se im Zusam­men­hang mit einer Thera­pie mit Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren, die der Food and Drug Admi­nis­tra­ti­on (FDA) gemel­det wurden (2003 bis 2018). Die Daten stamm­ten von Phar­ma­un­ter­neh­men, Medi­zi­nern und Pati­en­ten in den USA sowie aus Berich­ten auch über inter­na­tio­na­le Studien.

Berück­sich­tigt wurden alle Fälle von Uvei­tis, Trocke­nem Auge, okulä­rer Myas­the­nie und Augen­ent­zün­dung unter Verwen­dung folge­ner Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren: Atezo­li­zumab, Avel­um­ab, Cemi­pli­mab, Durvalum­ab, Ipili­mum­ab, Nivo­lum­ab und Pembrolizumab.

Forscher iden­ti­fi­zier­ten 113 uner­wünsch­te okulä­re Ereig­nis­se für alle unter­such­ten Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren. Bei Nivo­lum­ab war die Zahl uner­wünsch­ter okulä­rer Ereig­nis­se am höchs­ten (n=68), ebenso für okulä­re Myas­the­nie (berich­te­te Odds Ratios [ROR] 22,82; 95%-Konfidenzintervall [KI] 7,18–72,50). An zwei­ter Stelle stand Pemb­ro­li­zumab (ROR 20,17; 95%-KI 2,80–145,20). Unter allen in Nord­ame­ri­ka zuge­las­se­nen Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren war der Zusam­men­hang mit okulä­ren Entzün­dun­gen bei Atezo­li­zumab (ROR 8,89; 95%-KI 6,07–58,81] am höchs­ten sowie für Uvei­tis bei Ipilmum­ab (ROR 10,54; 95%-KI 7,30–15,22).

(ac)

Autoren: Fang T et al.
Studie: Ocular adverse events with immune checkpoint inhibitors
Quelle: J Curr Ophthalmol 2019;31(3):319–322.
Web: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2452232519300885

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