The Duke Glau­co­ma Regis­try Study

Bedeutung struktureller und funktioneller Tests zur Überwachung von Glaukompatienten

27. Mai 2020

Durham (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die unter­such­ten Ophthal­mo­lo­gen des Duke Eye Centers, Durham, USA, die Rate struk­tu­rel­ler und funk­tio­nel­ler Verän­de­run­gen in einer großen klini­schen Popu­la­ti­on von Pati­en­ten mit Glau­kom und Glau­kom­ver­dacht. Obwohl die meis­ten routi­ne­mä­ßig behan­del­ten Pati­en­ten lang­sa­me Progres­si­ons­ra­ten aufwie­sen, zeigte bei der Auswer­tung ein wesent­li­cher Teil der Pati­en­ten Raten, die im Laufe der Zeit mögli­cher­wei­se zu erheb­li­chen Verlus­ten führen könnten.

Insge­samt 29.548 Spec­tral-Domain-Opti­sche-Kohä­renz­to­mo­gra­phien (SD-OCT) und 19.812 auto­ma­ti­sier­te Stan­dard­pe­ri­me­trie­tests (SAP) bei 6.138 Augen von 3.669 Pati­en­ten mit einem Follow-up von mindes­tens 6 Mona­ten, 2 SD-OCT der peri­pa­pil­lä­ren reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) von guter Quali­tät und 2 zuver­läs­si­ge SAP-Tests wurden einge­schlos­sen. Die Daten wurden aus dem Duke Glau­co­ma Regis­try extra­hiert. Mithil­fe linea­rer gemisch­ter Model­le wurden die Ände­rungs­ra­ten für die beiden Metri­ken gewon­nen, nach vorab fest­ge­leg­ten Grenz­wer­ten kate­go­ri­siert und anhand der Krank­heits­schwe­re analysiert.

Die durch­schnitt­li­chen Ände­rungs­ra­ten betru­gen –0,73 ±0,80 μm/Jahr für die globa­le RNFL-Dicke und –0,09 ±0,36 dB/Jahr für die mitt­le­re SAP-Abwei­chung (MD). Mit SD-OCT wurden 26,6% der Augen mit wenigs­tens einer mode­ra­ten Ände­rungs­ra­te versus 9,1% mittels SAP einge­stuft (p<0,001). Bei Augen mit schwe­rer Erkran­kung wurden 31,6% mittels SAP als mode­rat oder rascher fort­schrei­tend einge­stuft, versus 26,5% mittels SD-OCT (p=0,055). Die meis­ten Augen, die durch SD-OCT als rasch fort­schrei­tend einge­stuft wurden, wurden durch SAP als lang­sam fort­schrei­tend einge­stuft und umgekehrt.

Die SD-OCT spiele bei fort­ge­schrit­te­ner Erkran­kung nach wie vor eine wich­ti­ge Rolle bei der Erken­nung von „Fast-Progres­sors“, schluss­fol­gern die Studi­en­au­toren. Zur Über­wa­chung des Glau­koms soll­ten daher sowohl struk­tu­rel­le als auch funk­tio­nel­le Tests verwen­det werden.

(isch)

Autoren: Jammal AA
Korrespondenz: Felipe A. Medeiros; felipe.medeiros@duke.edu
Studie: Rates of Glaucomatous Structural and Functional Change from a Large Clinical Population: The Duke Glaucoma Registry Study
Quelle: Am J Ophthalmol 2020 May 22.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.05.019

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