Tele­me­di­zin in der Ophthalmologie

Internationale Umfrage: COVID-19-Pandemie gibt zusätzlichen Anschub

2. November 2020

JERUSALEM (Bier­mann) – Die Autoren einer kürz­lich publi­zier­ten Studie sind der Ansicht, dass die Tele­me­di­zin während der COVID-19-Pande­mie effek­tiv und schnell in die klini­sche Praxis von Ophthal­mo­chir­ur­gen inte­griert werden kann. Es müss­ten weite­re Unter­su­chun­gen zur effek­tivs­ten Nutzung entspre­chen­der Platt­for­men erfol­gen, unter­strei­chen sie.

Die Verfas­ser der Arbeit hatten eine 13 Fragen umfas­sen­de Umfra­ge an inter­na­tio­na­le okulo­plas­tisch tätige Ophthal­mo­chir­ur­gen gerich­tet. Die dabei gesam­mel­ten Daten umfass­ten demo­gra­fi­sche Daten, Varia­blen in Bezug auf die klini­sche Praxis und Wahr­neh­mun­gen sowie Ansich­ten in Bezug auf die Tele­me­di­zin. Der Frage­bo­gen wurde von 70 okulo­plas­tisch täti­gen Ophthal­mo­chir­ur­gen (54,3% Männer; Durch­schnitts­al­ter 47,3 Jahre; Berufs­er­fah­rung im Mittel 10 Jahre) aus 8 Ländern ausge­füllt, die in verschie­de­nen klini­schen Settings prak­ti­zier­ten (50% im Kran­ken­haus; 45,7% in einer Privat­kli­nik; 4,3% in einem städ­ti­schen Krankenhaus).

Die meis­ten Befrag­ten gaben an, dass Tele­me­di­zin ein wirk­sa­mes Instru­ment im Rahmen okulo­plas­ti­scher Konsul­ta­tio­nen sei (67,1%; p=0,004). Bereits vor der COVID-19-Pande­mie hatten aber nur 12,8% (p<0,00001) diese Option in die klini­sche Praxis aufge­nom­men. Obwohl eine große Mehr­heit (98,6%) der Umfra­ge­teil­neh­mer nur begrenzt ambu­lant tätig war, empfan­den sich die meis­ten (55,7%) als vor dem Virus nicht geschützt. 70,5% (p=0,001) der Befrag­ten hatten während der COVID-19-Pande­mie mit dem Einsatz der Tele­me­di­zin begon­nen. Die meis­ten (57,1%) sahen für die Zukunft einen fort­ge­setz­ten Einsatz der Tele­me­di­zin voraus.

(ac)

Autoren: Assayag E et al.
Korrespondenz: Elishai Assayag; elishai.assayag@gmail.com
Studie: Telemedicine comes of age during coronavirus disease 2019 (COVID-19): An international survey of oculoplastic surgeons
Quelle: Eur J Ophthalmol 2020;1120672120965471.
Web: dx.doi.org/10.1177/1120672120965471 

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