Tele­me­di­zin in der Glaukomversorgung

Offenheit und vorhandenes Wissen bei älteren Patienten untersucht

19. Juni 2019

BIRMINGHAM (Bier­mann) – Die Tele­me­di­zin findet auch in der Glau­kom­ver­sor­gung Eingang. Wie verbrei­tet das Wissen über Tele­me­di­zin bei älte­ren Betrof­fe­nen ist, haben Ophthal­mo­lo­gen aus Birming­ham im US-Bundes­staat Alaba­ma unter­sucht. Sie fanden heraus, dass die Kennt­nis­se über Tele­me­di­zin zwar schwan­ken, aber zwischen einem Drit­tel und der Hälfte der Pati­en­ten eine posi­ti­ve Einstel­lung gegen­über der Verwen­dung von Tele­me­di­zin in der Glau­kom­ver­sor­gung hat.

In die Studie wurden 110 Pati­en­ten ab 60 Jahren mit der Diagno­se eines primä­ren Offen­win­kel­glau­koms, eines Glau­kom­ver­dachts oder einer okulä­ren Hyper­ten­si­on aufge­nom­men, die sich in der Klinik vorstell­ten. Sie erhiel­ten einen Lebens­raum-Frage­bo­gen (Life-Space-Ques­ti­onn­aire [LSQ]) sowie einen Tele­me­di­zin-Präfe­ren­zen-Frage­bo­gen (Prefe­ren­ces for Tele­me­di­ci­ne Ques­ti­onn­aire [PTQ]).

Mithil­fe des χ2-Tests analy­sier­ten die Studi­en­au­toren die PTQ-Antwor­ten nach Alter, Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit, Ausbil­dung, Beschäf­ti­gungs­sta­tus, LSQ-Punk­te­zahl und zurück­ge­leg­ter Entfer­nung von der Heima­t­adres­se zur Klinik. Ein Mann-Whit­ney-U-Test wurde verwen­det, um die PTQ-Antwor­ten nach Gesichts­feld­in­dex und Sehschär­fe für das besse­re und schlech­te­re Auge zu vergleichen.

71% der Pati­en­ten stimm­ten einer Tele­dia­gno­se und 74% einer Teleinter­ven­ti­on zu. Pati­en­ten im Alter von 60–69 Jahren wuss­ten im Vergleich zu den Pati­en­ten, die 70 Jahre und älter waren, signi­fi­kant mehr über die verschie­de­nen Arten der Tele­me­di­zin: Tele­dia­gno­se (53 vs. 31%, p=0,02), Teleinter­ven­ti­on (49 vs. 24%, p=0,006), Tele­tria­ge (80 vs. 47%, p=0,0004) und Tele­mo­ni­to­ring (55 vs. 27%, p=0,003). Pati­en­ten mit euro­päi­scher Abstam­mung wuss­ten signi­fi­kant mehr über Tele­tria­ge als Pati­en­ten mit nicht­eu­ro­päi­scher Abstam­mung (72 vs. 53%, p=0,04).

Pati­en­ten mit mehr Bildung (>High­school) im Vergleich zu Pati­en­ten mit weni­ger Bildung (≤High­school) besa­ßen auch mehr Wissen über Tele­me­di­zin (39 vs. 16%, p=0,007) sowie alle Arten davon: Tele­dia­gno­se (61 vs. 45%, p<0,001), Teleinter­ven­ti­on (54 vs. 14%, p<0,001), Tele­tria­ge (86 vs. 35%, p<0,001) und Tele­mo­ni­to­ring (59 vs. 18%, p=0,001).

Pati­en­ten mit einem LSQ-Score von ≥6, das heißt, sie haben in den letz­ten 3 Tagen eine größe­re Stre­cke von zu Hause aus zurück­ge­legt, wuss­ten signi­fi­kant mehr über Tele­dia­gno­se (49 vs. 25%, p=0,02), Teleinter­ven­ti­on (43 vs. 19% p=0,01) und Tele­mo­ni­to­ring (47% vs. 25%, p=0,03) als dieje­ni­gen mit einem LSQ <6. Die Antwor­ten beim PTQ unter­schie­den sich nicht signi­fi­kant in Abhän­gig­keit der zurück­ge­leg­ten Entfernung.

(isch)

Autoren: Rhodes LA et al.
Korrespondenz: Lindsay Rhodes; lindsayrhodes@uabmc.edu
Studie: Glaucoma Patient Knowledge, Perceptions, and Predispositions for Telemedicine
Quelle: J Glaucoma 2019 Jun;28(6):481–486.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001238

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