Taka­ya­su-Arte­ri­itis mit syste­mi­scher Gefäßs­teno­se und reti­na­ler Beteiligung

Ultra-Weitwinkel-Technologie verbessert Diagnostik erheblich

29. November 2021

PARIS (Bier­mann) – Bei der Taka­ya­su-Arte­ri­itis (TA) handelt es sich um eine chro­nisch-inflamma­to­ri­sche Vasku­li­tis der großen Gefäße, die über­wie­gend die Aorta und deren Haupt­äs­te betrifft und zu Steno­sen führen kann. Eine okulä­re Betei­li­gung mani­fes­tiert sich häufig als peri­phe­re Reti­no­pa­thie mit Mikroaneu­rys­ma­ta oder ischä­mi­schen Kompli­ka­tio­nen. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Ultra-Weit­win­kel (UWF)-Technologie es ermög­licht, peri­phe­re Läsio­nen präzi­ser zu beur­tei­len als bei der bishe­ri­gen Bild­ge­bung. Nunmehr könne der Netz­haut­be­fund mit der vasku­lä­ren syste­mi­schen Proble­ma­tik korre­liert werden. Dies könnte neue Einbli­cke in die Patho­ge­ne­se der TA-Reti­no­pa­thie liefern, so die Autoren.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 27 Pati­en­ten (54 Augen) mit TA in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de der ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung, einschließ­lich der UWF-Farb­fun­dus­auf­nah­men (UWF-CFP), der UWF-Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (UWF-FA), einer compu­ter­to­mo­gra­phi­sche Angio­gra­phie zur Messung der supra­a­or­ta­len Steno­se sowie bei 11 Pati­en­ten einer zusätz­li­chen Duplex­so­no­gra­phie zur Beur­tei­lung der Blut­fluss­ge­schwin­dig­keit (BFV) in der Arte­ria centra­lis reti­nae (CRA).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass reti­na­le Mikroaneu­rys­ma­ta mithil­fe der klas­si­schen Fundus­un­ter­su­chung bei 18,5% der Augen, mittels UWF-CFP bei 24,4% der Augen, demge­gen­über jedoch mithil­fe der UWF-FA bei 94,4% der Augen nach­ge­wie­sen wurden.

Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die Anzahl an Mikroaneu­rys­ma­ta signi­fi­kant mit einer ipsi­la­te­ra­len Steno­se eines supra­a­or­ti­schen Gefä­ßes (p=0,026), einem Hyper­to­nus (p=0,0011) sowie der Dauer der Erkran­kung (p=0,007) korre­lier­te. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass die Anzahl an Mikroaneu­rys­ma­ta pro Auge nega­tiv mit der BFV in der CRA bei der bestehen­den supra­a­or­ta­len Gefäßs­teno­se korre­lier­te (r= — 0,61; p=0,003).

Die Autoren schluss­fol­gern abschlie­ßend, dass die Gesamt­zahl der Mikroaneu­rys­ma­ta als poten­zi­el­ler Progno­se­fak­tor für die TA geeig­net sein könnte.

(tt)

Autoren: Poignet B et al.
Korrespondenz: Bahram Bodaghi; bahram.bodaghi@aphp.fr
Studie: Correlation between Ultra-Wide-Field Retinal Imaging Findings and Vascular Supra-Aortic Changes in Takayasu Arteritis
Quelle: J Clin Med 2021; Oct 24;10(21):4916.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10214916

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