Syste­mi­sche Sklero­der­mie mit okulä­rer Beteiligung

Retinale und choroidale Mikrovaskulopathie auch ohne Bluthochdruck

2. August 2021

ANTALYA (Bier­mann) – Die syste­mi­sche Sklero­der­mie (SSc) stellt eine Auto­im­mun­erkran­kung aus der Gruppe der Kolla­ge­no­sen dar, die durch eine Vaskulo­pa­thie und diffu­ser Fibro­se in der Haut, den Gelen­ken und den inne­ren Orga­nen charak­te­ri­siert ist. Eine aktu­el­le Studie hat nun erst­mals gezeigt, dass die SSc selbst, unab­hän­gig von einer sekun­dä­ren hyper­ten­si­ven Reti­no­pa­thie bei SSc-beding­tem rena­len Hyper­to­nus, eine Wirkung auf die reti­no­cho­ro­ida­len Gefäß­ar­chi­tek­tur haben kann.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 47 Pati­en­ten mit SSc ohne syste­mi­schen Blut­hoch­druck und 44 alters- und geschlechts­an­ge­pass­te Kontroll­per­so­nen in die prospek­ti­ve Quer­schnitt­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe diagnos­ti­zier­te eine Reti­no­pa­thie, wenn ≥2 der folgen­den Netz­haut­be­fun­de vorla­gen: verstärk­te Tortuo­si­tas der Gefäße, fokale oder gene­ra­li­sier­te Veren­gung der Arte­ri­en, arte­rio­ve­nö­se Kreu­zungs­zei­chen, schwe­re Lecka­ge aus den reti­na­len Gefä­ßen, Mikro­blu­tun­gen sowie Verän­de­run­gen des reti­na­len Pigmen­t­epi­thels. Nach­fol­gend teilte sie die Pati­en­ten entspre­chend dem Vorlie­gen einer Reti­no­pa­thie in 2 Grup­pen ein. Die Analy­se des Mikro­ge­fäß­sys­tem der Netz- und Ader­haut wurde mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie durchgeführt.

Die Forscher ermit­tel­ten in der SSc-Gruppe mit Reti­no­pa­thie im Vergleich zur Kontroll­grup­pe eine signi­fi­kan­te Abnah­me der Gefäß­dich­te (VD) sowohl des ober­fläch­li­chen (SCP-VD) als auch des tiefen reti­na­len Kapil­lar­ple­xus (DCP-VD).

Ebenso zeig­ten die Varia­blen des Bewer­tungs­tools der komplet­ten fovea­len avasku­lä­ren Zone (FAZ; FAZ-Fläche, FAZ-Umfang, Fovea­dich­te) bei allen SSc-Pati­en­ten gerin­ge­re Werte als bei den Kontrollpersonen.

Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten fest, dass sich der Blut­fluss in den äuße­ren Netz­haut­schich­ten (1–3 mm Blut­fluss­be­reich in den äuße­ren Netz­haut­schich­ten) in der SSc-Gruppe mit Reti­no­pa­thie im Vergleich zur Kontroll­grup­pe signi­fi­kant verstärk­te, wohin­ge­gen sich der choro­ida­le Blut­fluss (1 mm Blut­fluss­be­reich in der Chorio­ka­pil­la­ris) und die Dicke der Choro­idea signi­fi­kant verringerte.

(tt)

Autoren: Kök M et al.
Korrespondenz: Mehmet Kök; mehmetkok@hotmail.com
Studie: Evaluation of the direct effects on retinal and choroidal microvascularity of systemic scleroderma
Quelle: Microvasc Res 2021; Jul;136:104166.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.mvr.2021.104166

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.